Dreimal wöchentlich wird in der zertifizierten landwirtschaftlichen Schlachtstätte des Hofes geschlachtet. Jährlich werden etwa 1.500 Lämmer, aber auch Altschafe verarbeitet und verkauft. Max schlachtet zusammen mit seinen beiden Söhnen Max jun. und Richard.
„Gefühlt stehe ich die ganze Woche im Schlachtraum, weil das Reinigen an mir hängen bleibt“, gesteht der emsige Mitsechziger. Was nicht in Form ganzer Schlachtkörper vom Betrieb geht, wird zerteilt und weiter veredelt, etwa zu Schafschinken, Schafsalami, Hartwürsten, Jausenwurst, Sülze, Grillwürsten, Leberknödeln und anderem mehr. Entsprechende Kühl- und Verarbeitungsräume sind vorhanden.
Wer sich generell für passende Räume und Anforderungen bei der Fleischverarbeitung interessiert: Mehr zum Thema Fleischverarbeitungsräume.
Hofschenke, Catering und volle Wertschöpfung
Nebenan in der Hofschenke können Gruppen ab 20 Personen bis zu 100 Gästen im wunderbaren Gastraum speisen und feiern. Die Sterns bieten auch Catering an und richten Jausenplatten. Neben Karin, die jeden Freitag am Bauernmarkt im Innsbrucker Sillpark steht, helfen in der Verarbeitungsküche am Hof auch noch Tochter Birgit und drei bis vier Teilzeitkräfte mit.
Hier wird gewurstet, geräuchert, faschiert, eingekocht, gebrüht, geknetet und liebevoll angerichtet oder verpackt. Aus allen Teilen des Lamms wird etwas gemacht, was Wertschöpfung und Wertschätzung einbringt. Fertiggerichte, wie etwa Lammbeuschl oder Lammgulasch bzw. Ragout, sind sehr gefragt, berichtet Max.
Daher werden diese Spezialitäten fertig vorgekocht und dann in Gebinden bis zu Eimergröße praktisch essfertig verkauft. Die Kunden müssen das Essen nur mehr aufwärmen.
Schafhaltung, Schule am Bauernhof und Kundenbindung
Sohn Richard führt das Catering. Beide Söhne verantworten die Stall-, Ernte- und Feldarbeiten am Maxnhof. Schwiegertochter Burgi bietet Schule am Bauernhof an.
Dieses wichtige Standbein sichert die Kunden von morgen, da viele Kinder ihren Eltern vom Hofbesuch erzählen und danach auf den Bauernmarkt in der Stadt zum Einkaufen kommen. Die Basis aller Produkte ist das Braune Tiroler Bergschaf. Die Schafe vom Maxn-Hof werden im Sommer gealpt und im Winter am Hof mit Silage und Heu bis zur Schlachtreife gefüttert.
Von den 700 Schafen am Hof werden etwa 200 Muttertiere zur Zucht verwendet. Sie grasen im Sommer auf der Bodensteinalm in der Nordkette, einem Gebirgszug nördlich von Innsbruck.
Weitere Einblicke, wie aus Schafprodukten Wertschöpfung entsteht: Mehr zum Thema Altschaf-Veredelung.
Bauernmarkt im Einkaufszentrum
Seit mehr als 30 Jahren fahren die Sterns auf den Bauernmarkt im Sillpark. Früher waren etliche Direktvermarkter da, übrig blieb nur der Stand von Familie Stern im Flur vor den Geschäften des Einkaufszentrums im Stadtzentrum. Vakuumiertes Fleisch wie Filet, Schnitzel oder Lammkronen, aber auch verarbeitete Produkte wie Selch-, Grill- oder Blutwürste sowie Salami, Hauswürstel, aber auch Sulze vom Lamm werden gerne gekauft.
Daneben werden auch Produkte vom Huhn, Fohlen, Kaninchen und Schwein, Obst, Gemüse und Säfte sowie Schnäpse und Felle angeboten. Karin Stern und eine Mitarbeiterin betreuen den Stand. Max Stern sen. liefert morgens die Ware an und holt abends den Rest wieder ab.
Er berichtet, dass die Kunden viel lieber am Freitag im Supermarkt einkaufen und dabei auch vom Bauernmarkt mehr Lebensmittel mit nach Hause nehmen als etwa am Samstag. Wer zusätzliche Vermarktungswege neben Marktstand und Hofladen sucht: Mehr zum Thema Ab-Hof-Automaten.
Produktpreise am Maxn-Hof
- Ganzer Schlachtkörper vom Lamm: 10,-
- Ganzes Lamm küchenfertig zerteilt: 12,-
- Ganzes Altschaf: 5,-
- Schwere Lämmer, etwa einjährig, im Ganzen: 7,-
- Lammfilet: 33,-
- Lammrücken ohne Knochen: 31,-
- Schafsalami: 22,-
- Lammbeuschl fertig: 22,-
- Lammragout fertig: 25,-
Direktvermarktung: Worauf es ankommt
Max Stern verrät, worauf es in der Direktvermarktung ankommt:
- Durchhaltevermögen – der Erfolg kommt nicht von heute auf morgen und nicht von alleine.
- Es ist nötig, von den eigenen Produkten selbst überzeugt zu sein und diese auch selbst regelmäßig zu genießen. Wer selbst kein Lamm isst, sollte es auch nicht verkaufen!
- Zusammenhalt in der Familie: Nur, wenn alle am gleichen Strang ziehen, gelingt das Projekt.
- Genau dokumentieren und rechnen, es muss am Ende etwas übrigbleiben.
- Fleiß ist ein guter Begleiter – hierzu passt die Erkenntnis: „An Fleißigen kannst faul machen, aber an Faulen nie fleißig.“
- Lebensmotto: „Fest arbeiten aber auch g‘scheit feiern und genießen.“
Die Hofschenke wird an Gruppen ab 20 Personen aufwärts zum Feiern von Festen vergeben. Die Sterns kochen oder richten Jausenplatten und schenken Getränke aus.
Was dieser Artikel noch bereit hält:
- Schlachtstätte und Verarbeitung am Maxn-Hof
- Hofschenke, Catering und volle Wertschöpfung
- Schafhaltung, Schule am Bauernhof und Kundenbindung
- Bauernmarkt im Sillpark und Nachfrage im Stadtzentrum
Kommentare