Der von der FAO berechnete Preisindex für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse ist im April 2026 den dritten Monat in Folge gestiegen. Wie die Organisation in Rom mitteilte, erreichte der Index 130,7 Punkte. Das entspricht einem Plus von 1,6 % gegenüber März sowie 2,0 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Pflanzenölpreise legen deutlich zu
Hauptgrund für den Anstieg waren laut FAO höhere Preise für Pflanzenöle. Besonders Palm-, Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl verteuerten sich. Der Pflanzenölpreisindex stieg gegenüber dem Vormonat um 5,9 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2022. Die FAO führt die Entwicklung unter anderem auf höhere Rohölpreise zurück. Diese erhöhten die Nachfrage nach Biokraftstoffen und sorgten damit zusätzlich für Druck auf die Pflanzenölmärkte.
Fleischpreise auf Rekordniveau
Auch die Fleischpreise stiegen weiter an. Der FAO-Fleischpreisindex lag im April um 1,2 % über dem März-Wert und um 6,4 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Laut FAO erreichten die Fleischnotierungen damit ein neues Allzeithoch. Der Getreidepreisindex erhöhte sich hingegen nur moderat um 0,8 %. Die FAO verweist dabei auf weiterhin gut gefüllte Lagerbestände. Gleichzeitig wächst jedoch die Sorge über mögliche Dürreperioden in Teilen der USA und Australiens. Rückläufig entwickelten sich im April lediglich die Preise für Milchprodukte und Zucker.
Sorge um Düngemittelversorgung
Neben den Preisentwicklungen auf den Agrarmärkten wächst auch die Sorge um die Versorgung mit Düngemitteln. Hintergrund sind anhaltende Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die gesperrte Straße von Hormus. Vor diesem Hintergrund gründeten Mittelmeeranrainerstaaten im Rahmen eines Treffens der sogenannten „EuroMed 9“ eine „Rom-Koalition“. Ziel der Initiative ist es, den Zugang zu Düngemitteln zu sichern und die Ernährungssicherheit zu stärken. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums soll die Plattform die Zusammenarbeit jener Länder fördern, die besonders stark von den Marktstörungen betroffen sind. FAO-Generaldirektor Qu Dongyu warnte in diesem Zusammenhang vor möglichen Düngemittelengpässen ab der Jahresmitte, falls die Seeblockade bestehen bleibt. Dies könnte Auswirkungen auf kommende Ernten und die Lebensmittelversorgung haben.
Kommentare