Der Fischkonsum in Österreich nimmt weiter zu. Pro Kopf werden rund 100 Gramm mehr Fisch und Meeresfrüchte verzehrt als im Vorjahr. Gleichzeitig ist auch die heimische Fischproduktion erneut gestiegen. 2024 wurden in Österreich 5.670 Tonnen Fisch erzeugt, der gesamte Nahrungsverbrauch lag bei 73.166 Tonnen. Der Selbstversorgungsgrad beträgt damit 7,75 Prozent. Die zusätzliche Produktion kann den Mehrbedarf nicht ausgleichen, verschiebt den rechnerischen Fischerschöpfungstag jedoch um einen Tag nach hinten.
Fischzucht in Österreich
Die heimische Aquakultur wird klar von Salmoniden geprägt. Regenbogen- und Lachsforellen stellen mit 1.749 Tonnen den größten Anteil, gefolgt von Bachforellen und Bachsaiblingen. Daneben spielen Karpfenarten und Spezialitäten eine ergänzende Rolle. Einzelne Arten wie Schleie und Silberkarpfen verzeichneten deutliche Zuwächse, während Zander und Europäischer Wels rückläufig waren. Die heimische Produktion wächst, kann jedoch den steigenden Bedarf nur teilweise decken. I
100 g mehr Fisch pro Kopf
Der scheinbar wenig steigende Konsum hat dennoch spürbare Auswirkungen: 100 Gramm mehr Fisch pro Kopf entsprechen österreichweit rund 900 Tonnen zusätzlichem Bedarf pro Jahr. Das entspricht etwa der gesamten Jahresproduktion an Bachsaiblingen. Für die Landwirtschaft bedeutet das einerseits Potenzial für den weiteren Ausbau der Aquakultur, andererseits bleibt Österreich stark auf Importe angewiesen.
Vor diesem Hintergrund gewinnen anerkannte Standards in der Fischzucht an Bedeutung. Zertifizierungen wie das ASC-Siegel stehen für nachvollziehbare ökologische, tierwohlbezogene und soziale Kriterien. Sie schaffen Orientierung entlang der Wertschöpfungskette und tragen dazu bei, eine langfristig stabile Versorgung mit Fisch und Meeresfrüchten abzusichern.
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