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Rubrik Grünland

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Folge der Trockenheit: Engerlingsschäden im Grünland

Nach dem niederschlagsarmen Sommer berichten immer mehr Bauern von Engerlingsschäden. Die Larven von Mai- und Junikäfern fressen die Wurzeln der Gräser und können in kurzer Zeit ganze Wiesen zerstören. Eine Nachsaat im Herbst kann die Schäden minimieren.

Engerlinge, die Larven des Mai- und Junikäfers, fressen die Wurzeln der Grasnarbe ab. Quelle: Leitner

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Christina Vetta 2 Min. Lesezeit

Der anhaltende Wassermangel der vergangenen Monate hat die Wiesen stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun stehen die Bauern vor einem zusätzlichen Problem: Engerlinge – die Larven von Juni-, Mai- und Gartenlaubkäfern – treten gehäuft auf und schädigen die Gräser und Kräuter durch ihren Wurzelfraß.

Diese gefräßigen Tiere gedeihen besonders gut bei Trockenheit. Vor allem sandige, südlich ausgerichtete Böden bieten ihnen ideale Bedingungen. In heißen, trockenen Jahren richten sie größere Schäden an, da die Pflanzen den Wurzelfraß nicht mehr kompensieren können. Bereits geschwächte Gräser sterben ab.

Auf den ersten Blick ähneln die Schäden Trockenschäden. Doch bei Engerlingsbefall lässt sich die Grasnarbe wie ein Teppich abheben, da sie kaum noch Wurzeln hat. Ein erstes Anzeichen sind oft Krähenschäden, weil die Vögel die Larven aus dem Boden picken.

Braune Flecken deuten auf Engerlingsbefall hin

„Man hält die braunen Flecken in Wiesen zunächst für Trockenschäden. Doch oft steckt ein massiver Engerlingsbefall dahinter“, erklärt Elisabeth Neudorfer, Grünlandexpertin der Landwirtschaftskammer Salzburg. Typisch sei, dass sich die Grasnarbe leicht vom Boden lösen lasse, weil die Wurzeln abgefressen seien.

Neben dem Verlust der Futtergräser breiten sich schnell Unkräuter wie Gundelrebe, Kriechender Hahnenfuß oder Gemeines Rispengras aus und füllen die entstandenen Lücken.

Nachsaat dringend empfohlen

Die Bekämpfung der Engerlinge gestaltet sich derzeit schwierig. Mit sinkenden Temperaturen ziehen sich die Larven in tiefere Bodenschichten zurück, was mechanische Maßnahmen erschwert. Auch eine Nachsaat im Herbst birgt Unsicherheiten, da unklar ist, ob sie erfolgreich anwächst. Dennoch rät Neudorfer zu einer Nachsaat und zum Abstriegeln der Unkräuter noch in diesem Jahr: „Abwarten und auf das Frühjahr hoffen ist keine Lösung. Es geht darum, durch Nachsaaten eine tragfähige Grasnarbe für das Frühjahr zu schaffen.“

Beratung durch die Kammer

Die Experten der Landwirtschaftskammer Salzburg bieten Beratung und Unterstützung an. Larven können zur Bestimmung eingesendet werden. Zudem sind Meldungen über Fraßschäden wichtig, um die Situation zu dokumentieren. Die aktuelle Entwicklung zeigt erneut, wie stark Wetterextreme die Landwirtschaft beeinflussen. Trockenheit schwächt die Pflanzen, während Schädlinge ideale Bedingungen vorfinden. Die Folgen werden oft erst Wochen oder Monate später sichtbar.

 

Kontakt zum Autor

Christina Vetta

LANDWIRT Redaktion

Wuchs auf einem kleinen Bio-Milchviehbetrieb im Murtal auf. Während der Schul- und Studienzeit nutzte sie die Ferien, um in unterschiedlichen Bereichen der Landwirtschaft zu arbeiten. Nach dem Studium an der Universität für Bodenkultur schreibt sie seit 2013 für den LANDWIRT und betreut die Rubriken Rind und Grünland sowie die Zeitschrift LANDWIRT Bio.

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