Die Kosten einer Fungizidresistenz sind nur schwer zu quantifizieren. Generell hängen sie von wirtschaftlichen Parametern und den biologischen Eigenschaften von Pflanzenkrankheiten ab. Um sich dieser Problematik zu nähern, hat ein internationales Forschungsteam, an dem auch die Universität Würzburg beteiligt war, theoretische Berechnungen vorgenommen. Dazu haben die Forscher im Rahmen eines Projekts ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem sich die ökonomischen und häufig auch versteckten Kosten einer Fungizidresistenz berechnen lassen.
Für ihre Berechnungen nutzten die Forscher ein Modell, mit dem sich die Ausbreitung von Pilzkrankheiten auf mehreren Feldern berechnen lässt. Kombiniert wurde dieses mit einer ökonomischen Kosten-Nutzen-Analyse aus den Wirtschaftswissenschaften. Überraschend ergaben die Resultate, dass die wirtschaftlichen Gesamtkosten zwar mit zunehmender Resistenz und größerem Ertragsverlust steigen, aber mit teuren Fungiziden tatsächlich sinken.
Außerdem konnte das Team mehrere biologische Faktoren ausmachen, die die Kosten der Resistenz beeinflussen. Zum einen sei der Grad der Resistenz innerhalb einer Erregerpopulation wichtig, so die Wissenschaftler. Entscheidend sei zum anderen auch die grundlegende Reproduktionszahl eines Krankheitserregers. Zusätzlich komme es darauf an, wie viel Feldertrag durch eine Pilzinfektion verloren gehe.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die ökonomischen Kosten einer Fungizid-Resistenz nicht so einfach zu ermitteln sind“, erklärte Prof. Chaitanya Gokhale von der Uni Würzburg. Die Studie habe auch ergeben, dass die Erträge je nach Kontext steigen oder sinken können. Die höchsten Kosten einer Resistenz erzeugten Krankheitserreger, die eine mittlere Invasivität aufweisen, also eine mittlere Fähigkeit, sich in neue Gebiete auszubreiten.
Die Studie liefere den mathematischen Rahmen, mit dem politische Entscheidungsträger und Interessenvertreter aus der Landwirtschaft arbeiten könnten, betonte Gokhale. Auf dieser Basis ließen sich wirksame Maßnahmen zum nachhaltigen Einsatz von Fungiziden konzipieren. Dies wiederum könne dazu beitragen, die Erträge von Nutzpflanzen zu sichern, den unnötigen Einsatz von Chemikalien zu reduzieren und die langfristige Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten.

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