RindFrankreich erhöht Entschädigungen für Rinder bei TBC

Frankreich erhöht Entschädigungen für Rinder bei TBC

0:00 0:00
Frankreichs Rinderhalter erhalten eine höhere Entschädigung, wenn Tiere nach der Diagnose von Rindertuberkulose gekeult werden müssen.
Quelle: Archiv

Frankreichs Landwirtschaftsministerin Annie Genevard hat eine Anhebung der Entschädigungen für Rinderhalter angekündigt, deren Tiere wegen Rindertuberkulose gekeult werden müssen. Für Rinder über zwei Jahre steigt die pauschale Zahlung um ein Drittel auf 3.350 Euro. Die Regelung gilt rückwirkend ab Beginn des Wirtschaftsjahres 2025/26.

Zudem werden Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen künftig vollständig staatlich finanziert, nachdem bisher 75 Prozent übernommen wurden. Auch die Kosten für den Abtransport der gekeulten Tiere trägt künftig der Staat. Im Rahmen des Programms zur vorübergehenden Produktionsausfallkompensation können Beihilfen für Milchbetriebe künftig erhöht werden. Per Dekret ist eine Verdopplung der Zahlungen möglich.

Verbände fordern weitere Maßnahmen

Agrarverbände wie FNSEA, JA, FNB und FNPL begrüßen die verbesserten Entschädigungen. Sie erwarten, dass dadurch Maßnahmen zur Bekämpfung der Rindertuberkulose konsequenter umgesetzt werden. Gleichzeitig fordern sie die vollständige Umsetzung des Tuberkulose-Maßnahmenplans für den Zeitraum 2024 bis 2029. Als offene Punkte nennen sie unter anderem Entschädigungen bei Milchlieferausfällen sowie Verbesserungen im Wildtiermanagement.

Regionale Ausbrüche trotz offiziellem Status

Frankreich gilt seit 2001 offiziell als frei von Rindertuberkulose. Laut der Gesundheitsbehörde ANSES treten jedoch in einzelnen Regionen, etwa im Südwesten und in der Normandie, weiterhin sporadische Ausbrüche auf. Diese werden durch spezielle Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen kontrolliert, haben jedoch lokal teils erhebliche Auswirkungen.  Als mögliche Ursache für das Fortbestehen der Krankheit gilt unter anderem die Übertragung zwischen Haus- und Wildtieren. Neben Rindern sind auch Wildtiere wie Hirsche, Wildschweine und Dachse empfänglich für den Erreger. Zudem kann das Bakterium „Mycobacterium bovis“ in der Umwelt überdauern, wodurch auch indirekte Infektionen möglich sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00