ForstFrauen im Forst: Internationale Konferenz in Graz

Frauen im Forst: Internationale Konferenz in Graz

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150 Besucher, vornehmlich Frauen, trafen sich zur Forstkonferenz in Graz.
Quelle: Vetta

Unter großem Besucherinteresse fand am 22. April 2026 die internationale Forstkonferenz in Graz statt. „Man muss nicht Muskeln wie Arnold Schwarzenegger haben, um in der Forstwirtschaft zu arbeiten“, mit diesen Worten begrüßte Dagmar Karisch-Gierer, Präsidentin der Forstfrauen Österreich die Gäste. Etwa 150, vornehmlich weibliche Besucher, aus ca. 15 Ländern kamen zur Veranstaltung in den Steiermarkhof.

Frauen sind mit Stereotypen konfrontiert

In der Forstwirtschaft sind Frauen unterrepräsentiert. Frauen, die in der Forstwirtschaft arbeiten, sind oft mit Stereotypen konfrontiert. Leonie Wagner, Mitarbeiterin in der Abteilung „Wald und Gesellschaft“ an der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nahm in ihrem Vortrag Bezug auf diese traditionellen Rollenbilder. „Motorsägen, die zu groß für durchschnittliche Frauen sind oder schlechtsitzende Schutzkleidung, damit müssen sich Frauen auseinandersetzen“, erklärt Wagner. Dieses geschlechtsspezifische Design spiegelt sich auch in gesellschaftlichen Vorstellungen wider: Stereotype behaupten, Forstberufe seien wegen ihrer körperlichen Anforderungen nichts für Frauen. Das schreckt potenzielle weibliche Fachkräfte ab. Im Zuge einer Studie, bei der junge Forststudierende befragt wurden, gaben 70 % der befragten Studentinnen an, geschlechtsbedingte Schwierigkeiten in Ausbildung und Praktika erfahren zu haben. Dem gegenüber standen 30 % der Studenten. Frauen hatten die Empfindung, als weniger kompetent eingeschätzt zu werden. Außerdem wurde ein übermäßiger Fokus auf das äußere Erscheinungsbild gelegt sowie sexistische Bemerkungen oder frauenfeindliche Witze gemacht.

Frauen verdienen weniger

Die Irländerin Cesira Urzi-Brancati ging in ihrem Vortrag auf das Einkommen in Forstberufen ein. „Unsere Studienergebnisse zeigen, dass je höher der Frauenanteil in einem Studienfach ist, desto niedriger ist das durchschnittliche Einkommen“, erklärt Urzi-Brancati. Männer mit Forstwirtschaftsstudium landen häufig in gutbezahlten naturwissenschaftlich-technischen oder wirtschaftlich-administrativen Berufen. Selbst in der Forstwirtschaft, in einem Nischenfach mit hoher Spezialisierung gilt: Frauen mit demselben Studienabschluss wie Männer, verdienen häufig weniger.

Zusammenarbeit stärken

Trotz der vermeintlich schwierigen Bedingungen kamen Frauen zu Wort, die sich für eine berufliche Laufbahn in der Forstwirtschaft entschieden haben und glücklich mit ihrer Entscheidung sind. Im Zuge der Konferenz wurden Projekte präsentiert, die konkrete Schritte hin zur Geschlechtergleichstellung fördern. Die Grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll die internationalen Netzwerke für Frauen in der Forstwirtschaft weiter stärken.

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