BioBio-BauernFresseraufzucht: „Die Weide dämpft unsere Leistung“

Fresseraufzucht: „Die Weide dämpft unsere Leistung“

Erschienen in: LANDWIRT bio 03/2026

Maststall
Obwohl die Situation nicht einfach ist, wollen sich Sofie und Florian Köppl nicht die Freude an ihrer Arbeit nehmen lassen.
Quelle: Natalie Honetz

Wenn Florian und Sofie Köppl ihren Stall betreten, schwingt immer auch ein bisschen Wehmut mit. Der Bio-Bauer deutet auf die Box, in der 18 Fresser Platz haben, und erklärt: „Eigentlich hätten wir im März wieder neue Kälber einstallen sollen, aber dazu wird es einstweilen nicht mehr kommen.“ Rückblick: 2019 übernahm Florian den Betrieb von seinen Eltern Johannes und Theresia Köppl. Seit vielen Generationen im Familienbesitz, war der Hof ursprünglich ein klassischer Milchviehbetrieb gewesen. 1983 hatten Florians Eltern den Betrieb übernommen und molken 25 Milchkühe. Wegen des geringen Milchkontingents mussten sie nahezu die gesamte Milch direktvermarkten. Johannes Köppl stammt ursprünglich aus einem Wirtshaus mit Fleischerei, heiratete auf den Hof ein und legte den Grundstein für die Direktvermarktung mit Fleisch. Die Milchviehhaltung endete und die Mutterkuhhaltung begann.

Umbruch Mutterkuhhaltung

Bis 2010 lief der Betrieb gut, das Fleisch wurde ab Hof direktvermarktet. „Dann kam der Umbruch in der Mutterkuhhaltung mit der Prämienkürzung. Schließlich der gänzliche Wegfall, es wurde buchhalterisch von Jahr zu Jahr immer schlechter“, erinnert sich der 29-Jährige. Als er 2016 an der HBLA Ursprung maturierte, wusste er, dass die Mutterkuhhaltung am Betrieb keine Zukunft haben würde. „Die Mutterkuh macht Sinn, wenn sie sich in der gesamten Vegetationszeit das Futter selbst abbeißt oder ich gutes Zuchtvieh habe – wir hatten beides nicht“, stellt er klar. Für die Familie zeigte sich, dass der Weg im Rinderbereich nur über die Mast gehen kann.

Kleekraftpellets
Als Eiweißkomponente setzen die Landwirte, sowohl in der Rinder- als auch in der Mastschweinefütterung, auf Kleekraftpellets.
Quelle: Natalie Honetz

„Neben unseren Mastschweinen brauchen wir das Rindfleisch für die Direktvermarktung.“ Aber für die Mast braucht es einen Fresser oder Einsteller. Schon beim Umstieg 2019 warnte Stefan Rudlstorfer von der LK Oberösterreich, dass es zu Versorgungsproblemen mit Fressern und Einstellern kommen würde, weiß Florian Köppl noch genau. „Die Situation spitzte sich dramatisch zu, es gab immer weniger Rinder. Die Bio-Schlachtzahlen fielen in Österreich immer weiter“, erinnert sich Köppl. Seine Frau ergänzt: „Milchviehkühe, die danach in die Fleischproduktion gehen, wird es immer geben. Aber wo kriegen wir das Qualitätsrindfleisch her? Das ist die Frage, denn mit der Mutterkuhhaltung geht es so nicht mehr ewig weiter.“

Was dieser Artikel noch bereithält:

  • Vom Einsteller zum Kalb
  • Pro-Tierwohl?
  • Problemthema Weide
  • Haltungsumstellung ist schwierig
  • Bio nicht erwünscht?
  • Was es braucht
  • Zukunft ungewiss?

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