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Fruchtfolge federt Ertragsrisiken ab

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Quelle: Goldberger

Landwirtschaftliche Betriebe können besser mit klimabedingten Ertragsrisiken und schwankenden Preisen auf dem Absatzmarkt umgehen, wenn sie gezielt auf Diversifizierung, also weite Fruchtfolgen und vielfältige Anbaumethoden, setzen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), die jetzt im Fachjournal Agricultural Systems veröffentlicht wurde. Die ZALF-Forscher untersuchten neun repräsentative Ackerbaubetriebe in Ostdeutschland mit unterschiedlichen Betriebseigenschaften.

Mithilfe eines Modells wurden für diese Betriebe drei verschiedene Diversifizierungsstrategien mit etablierten engen Fruchtfolgen verglichen, die überwiegend Getreide, Raps und Silomais umfassen. Der Fokus der diversifizierten Strategien lag auf der Integration von Sojabohnen. Teil der Diversifizierung war auch der Anbau auf kleiner Fläche, in Form von Streifenanbau oder einer Parzellierung. Berücksichtigt wurden neben den Produktionsrisiken auch der wachsende, aber häufig übersehene Einfluss von Marktrisiken auf die landwirtschaftlichen Einkommen.

Im Ergebnis zeigt sich, dass sich die Risiken unter den diversifizierten Anbauverfahren besser verteilen. Wenn eine Pflanze schlecht wächst, können andere Kulturen dies ausgleichen. Die Diversifizierung reduziert das wirtschaftliche Risiko im Vergleich zu engen Fruchtfolgen und Monokulturen durchweg. Besonders das Aufteilen von Feldern in kleinere Parzellen senkte das Risiko deutlich, teilweise um mehr als 200 Euro pro Hektar, gemessen an möglichen Verlusten in schwierigen Jahren. Gleichzeitig blieb das zu erwartende Einkommen stabil.

Kleinere Räume ein wirksames Mittel

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass insbesondere räumliche Vielfalt auf dem Feld, also das zeitgleiche Anpflanzen unterschiedlicher Kulturen, ein wirksames Mittel ist, um Klimarisiken zu begegnen, da jede Kultur anders auf Trockenheit oder Hitze reagiert“, so die Hauptautorin der Studie, Dr. Hannah von Czettritz. Das sei gleichzeitig eine Strategie gegen Marktrisiken. Wenn möglicherweise der Weizenpreis falle, könne ein Betrieb mit diversifizierten Anbauverfahren das besser ausgleichen und das notwendige Einkommen zum Beispiel mit der Sojaernte erzielen.

Die Ergebnisse zeigen laut ZALF, dass politische Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Förderprogramme könnten Landwirte dabei unterstützen, neue Anbausysteme umzusetzen. Langfristig könnten vielfältigere Anbausysteme aber nicht nur die Einkommensrisiken für die Betriebe senken, sondern auch die Umwelt und die Artenvielfalt stärken.

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