Was motiviert euch persönlich, Jahr für Jahr Schafe und Ziegen auf die Alm aufzutreiben?
Wir verbringen den gesamten Sommer auf unserer Alm und schätzen die gut gepflegten Weideflächen und das Landschaftsbild. Die Arbeit mit Natur und Tieren ist unsere Leidenschaft. Eine besondere Freude ist es, wenn alle Tiere gesund nach Hause kommen. Gut beweidete Almen sind auch ein wesentlicher Beitrag für die Jagdwirtschaft, da diese Flächen gute Äsungsflächen für Wildtiere im Herbst bieten.
Was sind die größten Herausforderungen während der Alpung?
Unser Weidegebiet befindet sich im hinteren Kaprunertal im Nationalpark Hohe Tauern, am Rand des Glocknermassivs, und liegt großteils über 2.000 m Seehöhe. Das Gelände ist sehr steil, felsig und zum Teil schwer zugänglich. Wichtig ist, dass man wenige ängstliche Tiere in den Herden hat. Diese sind im unwegsamen Gelände schwer zu händeln und können etwa bei Umtrieben die ganze Herde mitreißen. Eine Herausforderung sind auch Wetterumschwünge mit Schnee und Kälte und Naturkatastrophen wie Muren und Steinschläge. Tiere, die bereits beim Auftrieb geschwächt sind, können bei extremer Witterung verenden. Hitzeperioden im Sommer führen dazu, dass die Tiere vermehrt schattige und kühle Lagen aufsuchen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt dann meist nur früh morgens, abends und nachts, wodurch die Herden sich vermehrt zerstreuen und die Kontrollen schwieriger werden.
Welche Veränderungen beobachtet ihr bei der Entwicklung der Tiere während und nach einem Sommer auf der Alm?
Nach einer erfolgreichen Almsaison beobachten wir bei vitalen Tieren auch gesunde Klauen, gute Körperkonditionen (auch bei Lämmern) und ein sauberes Fell bzw. Vlies.
Wie erlebt ihr die Arbeit und das Leben auf der Alm im Vergleich zum Heimbetrieb?
Arbeiten mit der Natur bei allen Wetterbedingungen ist sehr herausfordernd. Die Arbeit benötigt viel Zeit und fordert viel Kondition und Geschick im Gelände. Das Arbeiten auf der Alm ist aber nicht so schnelllebig wie im Tal. Trotz vieler Aufgaben kann man nichts erzwingen und muss sich an die Witterung und sonstige Umweltfaktoren anpassen.
Ist es schwierig geworden, ausreichend Tiere für die Alpung zu bekommen?
Nein, natürlich gibt es Betriebe, die mit der Schaf- und Ziegenhaltung aufhören. Aber gleichzeitig fangen immer wieder neue Betriebe damit an.
Welche Entwicklungen oder Trends beobachtet ihr, die einen Einfluss auf die Zukunft der Almwirtschaft haben?
Eine große Herausforderung ist es, geeignetes Almpersonal zu finden. Immer weniger Menschen sind bereit, einen ganzen Sommer auf der Alm zu arbeiten.
Das vollständige Interview, schöne Fotos und viele Infos zu dem Betrieb Dick finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Schafe & Ziegen aktuell! Hier gratis Probeheft oder Abo bestellen!
32. Internationale Almwirtschaftstagung 2026
Von 24. bis 26. Juni 2026 wird Saalfelden im Pinzgau zum Treffpunkt der internationalen Almwirtschaft. Die vom Salzburger Alm- und Bergbauernverein und der Landwirtschaftskammer Salzburg organisierte Tagung zählt zu den bedeutendsten Fachveranstaltungen der Alpenländer.
Detaillierte Informationen und die Anmeldeformulare finden Sie unter www.sbg.lko.at.

Kommentare