EVP begrüßt Pläne der EU-Kommission
Die von der EU-Kommission am Dienstag (7. Juli) vorgestellten Pläne zur Nutztierstrategie und zur Verringerung der Eiweißlücke werden von Abgeordneten der Europäischen Volkspartei (EVP) positiv bewertet. Für den stellvertretenden Vorsitzenden des EU-Landwirtschaftsausschusses, Norbert Lins (CDU), stellen sie wichtige Weichen für die Zukunft der europäischen Landwirtschaft. Die Nutztierhaltung bleibe ein zentraler Pfeiler der Landwirtschaft und erwirtschafte gemeinsam mit dem Futterbau mehr als die Hälfte des landwirtschaftlichen Gesamtertrags in der EU. Angesichts geopolitischer Krisen müsse Europa seine Abhängigkeit von Eiweißfuttermitteln und Futterzusatzstoffen verringern.
Auch der CSU-Europaabgeordnete Stefan Köhler spricht von einem wichtigen Signal für die Landwirtschaft. Nun müsse die Kommission den Ankündigungen konkrete Maßnahmen folgen lassen. Hohe Anforderungen bei Tierwohl und Lebensmittelsicherheit, Tierseuchen, langwierige Genehmigungsverfahren und volatile Märkte belasteten die Betriebe. Der heimische Eiweißpflanzenanbau könne nur wachsen, wenn er wirtschaftlich attraktiv sei.
SPD fordert verbindliche Maßnahmen
Die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl bewertet den Proteinplan grundsätzlich positiv. Sie begrüßt, dass die EU-Kommission die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigt. Mehr heimische Proteinpflanzen im Tierfutter, Herkunftskennzeichnung sowie Investitionen in Verarbeitung, Lagerung und alternative Proteine seien wichtige Schritte. Gleichzeitig fordert sie eine stärkere Förderung der Weidehaltung sowie den Umbau der industriellen Tierhaltung. Landwirte benötigten faire Verträge, wirksame Risikoabsicherung und gezielte Unterstützung beim Anbau von Leguminosen.
Grüne üben deutliche Kritik
Kritisch äußern sich die Grünen/EFA. Der österreichische Europaabgeordnete Thomas Waitz bezeichnet die Strategie als Begünstigung der industriellen Tierhaltung und fordert stattdessen mehr Unterstützung für Weidewirtschaft, Tierwohl und nachhaltige Landwirtschaft. Sein Fraktionskollege Martin Häusling begrüßt zwar den angekündigten Ausstieg aus der Käfighaltung, das Ende des Kükentötens sowie höhere Tierwohlstandards. Insgesamt bleibe die Strategie jedoch in zentralen Punkten unverbindlich und setze zu stark auf freiwillige Maßnahmen. Auch beim Proteinplan sieht Häusling Nachholbedarf. Viele der nun vorgestellten Ansätze seien bereits 2011 in einer Entschließung des Europäischen Parlaments enthalten gewesen. Bei der Förderung des Eiweißpflanzenanbaus und der Züchtung habe es seither nur geringe Fortschritte gegeben.
Quelle: AgraEurope

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