ForstGPS-Tracker gegen Holzdiebstahl

GPS-Tracker gegen Holzdiebstahl

Mittlerweile setzen einige Forstbetriebe auf die GPS-Technik, die offenbar eine deutlich abschreckende Wirkung auf Holzdiebe hat.
Quelle: footageclips/shutterstock.com

Holzdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine kleine Menge Brennholz für den Kachelofen oder um einige Festmeter Sägerundholz handelt. Wenn kleinere Mengen Brennholz aus dem Wald verschwinden, dann bleibt das vom Waldbesitzer oft unbemerkt. Auch steckt nicht immer kriminelle Energie hinter ein paar fehlenden Holzabschnitten, sondern vielfach Unwissenheit. Denn fälschlicherweise wird oft angenommen, dass abgefallene Äste, sonstiges Bruchholz und Holzreste nach Fällungen zum Eigenbedarf aus dem Wald – auch wenn es nicht der eigene ist – mitgenommen werden dürfen. Das ist aber nicht der Fall, da auch Holzabschnitte, selbst wenn sie durch Naturkräfte wie Wind oder Schnee auf den Bodengelangt sind, im Eigentum des Grundeigentümers stehen. Wer daher Holz ohne vorherige Zustimmung durch den Waldeigentümer erntet, vom Boden aufsammelt oder beispielsweise vom Wegrand mitnimmt, macht sich strafbar. Nicht als Unwissenheit einordnen lässt sich hingegen die Entwendung mehrerer Festmeter Blochholz aus einem fremden Wald. Ab einer gewissen Menge und Dimension lässt sich Holz nicht mehr im Kofferraum eines PKW transportieren und erfordert einiges an logistischem Aufwand. Dass in unseren Wäldern größere Mengen an Rundholz gestohlen werden, ist zwar nicht alltäglich, kommt aber vor. Mitte Dezember wurden beispielweise an einem Waldweg in Niederösterreich mehrere Fichtenbloche gestohlen, die für die Sägeindustrie bestimmt waren. Der entstandene Schaden beträgt rund 1.000 Euro.

Technik im Baumstamm

Auch in deutschen Forstrevieren kennt man das Problem von entwendetem Holz. Die Reviere sind oft groß, und eine vollständige Überwachung der gesamten Fläche durch den Eigentümer oder das Forstpersonal ist nicht möglich. Daher wird hier vielfach bereits GPS-Technik gegen den professionellen Holzdiebstahl eingesetzt. Man macht sich eine Technik zunutze, die auch aus anderen Bereichen des täglichen Lebens, wie etwa der Logistik oder von Autovermietungen, bekannt ist. Diese wird inzwischen von mehreren Firmen angeboten und sieht nicht immer gleich aus.

Im Prinzip handelt es sich bei den Trackern um kleine Sender in der Größe einer Zündholzschachtel.
Quelle: Nikom nik sunsopa/shutterstock.com

Im Prinzip handelt es sich aber um einen kleinen Sender in der Größe einer Zündholzschachtel. Diese sogenannten GPS-Tracker lassen sich in den gelagerten Holzstämmen mit etwas Fingerspitzengefühl nahezu unsichtbar anbringen. Dafür wird im Holz ein kleines Loch geschaffen, der Tracker platziert und anschließend mit einem Stück Rinde wieder verschlossen. Sobald das gelagerte Holz einen bestimmten Radius verlässt, wird über GPS sofort ein Alarmsignal an eine zuvor definierte Person – z.B. an den Waldeigentümer oder Förster – übermittelt. Das geschieht in der Regel mit einem SMS oder per EMail. Auf diese Weise ist der Betroffene umgehend über den Diebstahl informiert und kann handeln. Über eine Website ist es möglich, anhand des GPS-Signals die Fahrtroute des Diebesgutes zu verfolgen.

Tracker haben abschreckende Wirkung

Bei den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) gibt es derzeit keinen Bedarf, gegen Holzdiebstahl vorzugehen. Die gesamte Holzprozesskette sei bereits digitalisiert und jeder Schritt verfolgbar. Bei einem Jahresvolumen von 6 bis 7 Millionen Stämmen bewerten die ÖBf den Einsatz von GPS-Trackern auch nur als bedingt effizient. HessenForst setzt die Tracker hingegen schon seit 2012 ein und war damit Vorreiter in Deutschland. Mithilfe der Überwachungstechnik wurden einige Langfinger auf frischer Tat ertappt. Vor der Einführung der – im Fall von HessenForst selbst entwickelten – Tracker war dem Forstbetrieb nach eigenen Angaben jährlich ein finanzieller Schaden im hohen sechsstelligen Bereich entstanden. Seither ist es gelungen, die Anzahl der Holzdiebstähle deutlich zu reduzieren. Demgegenüber stehen die Kosten für die GPS-Technologie, die jedoch weit weniger schwer wiegen würden. Mittlerweile setzen andere große Forstbetriebe ebenfalls auf diese Technik, die offenbar eine deutlich abschreckende Wirkung auf Holzdiebe hat. Frei nach dem Motto: In jedem Stück Holz könnte ein GPS-Tracker versteckt sein.

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