Griechenland hat einen der größten Bestände an kleinen Wiederkäuern in der EU, 2024 sogar die größte Ziegenpopulation Europas. Die Produktion ist stark kleinstrukturiert, extensiv und weidebasiert, vor allem in Berg- und Trockengebieten. Rund 80 % der Schaf- und Ziegenmilch gehen in die Feta-Produktion.
2025 wurden insgesamt etwa 140.000 t produziert, jährlich wurde Feta im Wert von rund 785 Mio. exportiert. Somit ist Feta eines der wichtigsten Agrar-Exportprodukte des Landes. Für 2026 wird ein Rückgang von 15.000 bis 20.000 t erwartet.
Die Milchproduktion in stark betroffenen Regionen wie Thessalien ist im letzten Jahr um bis zu 40 % zurückgegangen, was den Milchpreis steigen ließ: Die Bauern bekommen aktuell 1,70 Euro für einen Liter Schafmilch und 1,10 Euro für einen Liter Ziegenmilch.
Feta-Produktion unter Druck
Griechenland hat einen der größten Bestände an kleinen Wiederkäuern in der EU, 2024 sogar die größte Ziegenpopulation Europas. Die Produktion ist stark kleinstrukturiert, extensiv und weidebasiert, vor allem in Berg- und Trockengebieten. Rund 80 % der Schaf- und Ziegenmilch gehen in die Feta-Produktion.
2025 wurden insgesamt etwa 140.000 t produziert, jährlich wurde Feta im Wert von rund 785 Mio. exportiert. Somit ist Feta eines der wichtigsten Agrar-Exportprodukte des Landes. Für 2026 wird ein Rückgang von 15.000 bis 20.000 t erwartet.
Brände, Hochwasser, Seuchen
Zuletzt gab es in Griechenland vor allem in den Jahren 2023 und 2024 sehr große Wald- und Buschbrände. Im September 2023 ereignete sich nach Sturm „Daniel“ die schwerste Flutkatastrophe in Griechenland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Manche Felder standen sechs Monate unter Wasser.
2024 brachen in Griechenland sowohl die Schaf- und Ziegenpocken, als auch die Pest der kleinen Wiederkäuer aus, auf der Insel Lesbos grassiert zudem die Maul- und Klauenseuche. Infolge dessen wurden bis jetzt rund 500.000 Schafe und Ziegen in Griechenland gekeult.
Besonders betroffen vom Ausbruch der Schaf- und Ziegenpocken war Thessalien in Mittelgriechenland. In der Region Larisa haben im vergangenen Sommer insgesamt 275 Schaf- und Ziegenhalter zumindest all ihre Schafe verloren. Da die Viren längere Zeit im Schatten und in Stallgebäuden überdauern können, wurden Ställe, Futtermittel und Maschinen behördlich gesperrt.
Bis jetzt gibt es keine Vorgaben von der Regierung, wann die betroffenen Bauern wieder auf ihre Höfe zurückkehren dürfen. Acht von den 275 Schaf- und Ziegenhaltern in der Region wollen nun trotz fehlender Vorgaben der Regierung wieder mit der Produktion von Milch starten und sind gerade dabei, in ganz Europa Milchschafe und Milchziegen zu kaufen. Drei dieser Betriebe sollen hier vorgestellt werden.
Neuer Stall gesperrt
Die Familie Tasioulis hat zwei Monate vor dem Ausbruch der Pocken ihren neu gebauten und modern ausgestatteten Stall mit 1.000 Lacaune-Schafen bezogen. Als im Sommer 2025 die Krankheit auf ihrem Betrieb nachgewiesen wurde, wurden alle 1.000 Tiere im Auftrag der Regierung erschossen und neben dem Stall mit Desinfektionsmittel in einem Erdloch verscharrt.
Für die jungen und hochproduktiven Tiere mit Stammbaum bekam die Familie 250 Euro Entschädigung, für die älteren Tiere weniger. Im Schnitt wurden 200 Euro pro Tier bezahlt. Der Stall, das Betriebsgelände, die Melkanlage, sämtliche Futtermittel und ein Teil der Maschinen wurden gesperrt.
„Wir haben bis heute keine Antwort von der Regierung, wann wir wieder auf unseren Betrieb zurückkehren können und wir haben kein Einkommen“, erzählt George. „Wir können aber auch keiner anderen Tätigkeit nachgehen. Wenn wir nun etwa in eine Fabrik arbeiten gehen würden, würden wir unseren Status als Landwirte verlieren und müssten alle zuvor erhaltenen Förderungen für Maschinen und Gebäude an die Regierung zurückzahlen“, ergänzt seine Frau Dimitra.
Die Familie ist trotz der bestehenden Unsicherheit tätig geworden, baute einen zweiten neuen Stall und kaufte 280 Saanenziegen aus Österreich, die Anfang Mai zehn bis zwölf Monate alt waren.
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