Im Vereinigten Königreich hat eine mit den Neuen Züchtungstechniken (NZT) entwickelte Gerstensorte eine Zulassung erhalten. Laut dem Forschungsinstitut Rothamsted Research handelt es sich um die erste Nutzpflanze, die das neue britische Zulassungsverfahren durchlaufen hat und die Kriterien gemäß dem Gesetz zur Präzisionszüchtung von 2023 und der Gentechnikverordnung von 2025 erfüllt.
Laut Rothamsted Research, das als das weltweit älteste und Großbritanniens größtes Agrarforschungsinstitut gilt, entwickelten die Forscher die Gerste mithilfe der sogenannten Genschere. Die neue Sorte weist einen erhöhten Lipidgehalt im Pflanzengewebe auf. Dadurch entsteht ein energiereicheres Futter für Wiederkäuer wie Rinder und Schafe. Potenziell sollen auch die Methanemissionen bei der Verdauung verringert werden. Nach Angaben der Forschungseinrichtung handelt es sich bei den konkreten genetischen Veränderungen um kleine Modifikationen, die auch natürlich oder durch konventionelle Züchtung entstehen könnten.
Dem Forschungsinstitut zufolge wird die Gerstensorte nun im nächsten Schritt evaluiert. Dazu kooperieren Forscher, Landwirte und Partner aus der Lieferkette und testen die Pflanze unter realen Anbaubedingungen. Durch die direkte Zusammenarbeit von Landwirten und Industriepartnern sollen Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit, die Vorteile und praktische Anwendungsmöglichkeiten von präzisionsgezüchteten Nutzpflanzen im gesamten britischen Lebensmittelsystem gewonnen werden.

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