TierRindMilchviehGroßbritannien: Milchproduktion mit zahlreichen Facetten

Großbritannien: Milchproduktion mit zahlreichen Facetten

Erschienen in: LANDWIRT 15/2026

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Bei den Billingtons dienen alte Bahnschwellen als Befestigung für die Weidetriebwege.
Quelle: Moser

Während der Großteil der Landwirte in unseren Breitengraden Hofstelle, Ausstattung und Flächen ihr Eigen nennt, pachten zahlreiche britische Bauern Flächen und Betriebsgelände vom sogenannten Landlord. In Großbritannien gibt es nach wie vor viele Großgrundbesitzer. Diese Pachtverträge zwischen Landlord und Landwirt werden meist für eine Dauer von 25 Jahren vereinbart. Ob man als Landwirt nach dem Auslaufen einen neuen Pachtvertrag erhält, hängt neben dem Willen des Landwirtes am Ende vom Interesse des Landlords ab. Viele Landwirte kommen gut mit ihren Verpächtern aus, andere haben kaum Berührungspunkte mit ihnen. Die Tatsache, dass das Betriebsgelände kein Eigentum ist, lässt Landwirte aber eher dreimal statt zweimal überlegen, ob und welche baulichen Investitionen sie tätigen. Zwar gibt es die Abmachung, dass der Landwirt nach dem Auslaufen des Vertrages den Restwert ausbezahlt bekommt, dennoch macht es die Betriebsentwicklung herausfordernd, wenn Bauer und Herde das Betriebsgelände von Zeit zu Zeit wechseln müssen. Ein Denken in Generationen ist in diesem System kaum möglich. In England sind landwirtschaftliche Pachtflächen günstiger als in den meisten Gegenden hierzulande. Was die Pacht teuer macht, ist der Wert der Gebäude. Hinzu kommt, dass immer mehr wohlhabende Briten aus der Stadt es bevorzugen, auf dem Land zu wohnen. Dadurch ist der Wert der Häuser stark angestiegen und Landlords verpachten zunehmend Wohnhaus und Betrieb getrennt. Landwirte können sich die teure Pacht für das Haus häufig nicht leisten. Das Resultat: Wohlhabende Briten leben in den Häusern neben den Betrieben und nicht immer haben sie Verständnis für Landwirtschaft. Mehrere britische Teilnehmer des Kongresses der European Dairy Farmers (EDF) bestätigen, dass dies unter anderem zu einem Rückgang der Betriebe in Großbritannien führt. Auf den folgenden Seiten stellen wir drei Betriebe der EDF-Tour vor.

Das erfahren Sie noch in diesem Beitrag:

  • Vorstellung von drei britischen Betrieben, von extensiver Weidehaltung bis hin zu intensiver Stallfütterung und Direktvermarktung
  • Milchlieferverträge mit britischen Einzelhändlern
  • Investitionen auf britischen Betrieben

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