Der Grüne Bericht erscheint jährlich und liefert verlässliche Daten und Fakten über die Land- und Forstwirtschaft, damit Politik auf einer fundierten Grundlage gestaltet werden kann. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten Land- und Forstwirtschaftsminister Norbert Totschnig, LBG-Experte für Agrarökonomie Franz Fensl und Bio-Bäuerin Patrizia Engelhart-Getzinger den neuen Jahresbericht vor.
Im Jahr 2024 entwickelten sich die Einkommen von Österreichs land- und forstwirtschaftlichen Betrieben mit einem Zuwachs von 4 % wieder leicht positiv, nachdem sie 2023 ein Minus von 16 % nach einem Ausnahmejahr 2022 verzeichnet hatten. Ein wesentlicher Beitrag dazu wurde mit dem von Land- und Forstwirtschaftsminister Norbert Totschnig initiierten Impulsprogramm für die österreichische Landwirtschaft geleistet, mit dem ab 2024 die ÖPUL-Prämien erhöht und die Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete gestärkt worden sind. Außerdem lässt sich der Einkommenszuwachs auf gestiegene Erzeugerpreise für Rinder, höhere Erträge aus der Direktvermarktung, dem Betrieb von Buschenschanken und Heurigen sowie gestiegenen Erträgen im Obstbau aufgrund von höheren Versicherungsentschädigungen zurückführen.
Negativ wirkten sich auf die Einkünfte niedrigere Erträge in der Forstwirtschaft aufgrund von einem geringeren Holzeinschlag und rückläufigen Holzpreisen, niedrigere Erzeugerpreise für Mastschweine und Zuckerrüben sowie höhere Abschreibungen vor allem für Maschinen und Geräte aus.
Im Durchschnitt wurde entsprechend den Daten von 1.905 freiwillig buchführenden Betrieben im Jahr 2024 ein Einkommen aus der Land- und Forstwirtschaft von rund 40.000 Euro je Betrieb erzielt. Dies entspricht einer Steigerung von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im Jahr 2024 haben bei allen Betriebsformen – mit Ausnahme der Veredelungsbetriebe – die Einkommen in unterschiedlichem Ausmaß zugenommen. Bei den Marktfruchtbetrieben machte der Einkommenszuwachs ein Plus von 12 % aus, bei den Dauerkulturbetrieben ein Plus von 23 %, bei den Futterbaubetrieben plus ein Prozent, bei den landwirtschaftlichen Gemischtbetrieben plus fünf Prozent und bei den Forstbetrieben ein Plus von 10 %. Die Veredelungsbetriebe verzeichneten – nach einem guten Ergebnis im Vorjahr – im Jahr 2024 einen Einkommensrückgang von minus sechs Prozent. Insgesamt trug die Land- und Forstwirtschaft 2024 zur Bruttowertschöpfung in Österreich in der Höhe von 1,4 % bzw. 12,9 Milliarden Euro bei, wobei 10 Mrd. Euro auf die Landwirtschaft entfielen.
Einkünfte der Bergbauern- und Bio-Betriebe gestiegen, jedoch unter dem Durchschnitt
Die Einkünfte der Bergbauernbetriebe, die mit 33.221 Euro im Jahr 2024 eine dreiprozentige Steigerung gegenüber dem Vorjahr auswiesen, lagen jedoch um 17 % unter dem Durchschnitt aller Betriebe. Damit hat sich der Einkommensabstand der Bergbauernbetriebe zu den Nichtbergbauern wieder erhöht. Innerhalb der Bergbauernbetriebe war der höchste Einkommensanstieg von 12 % bei den Betrieben mit der höchsten Erschwernis zu beobachten, was zeigt, dass auch hier das Impulsprogramm gezielt wirkt.
Die Einkünfte der Biobetriebe lagen mit 33.638 Euro im Jahr 2024 um 5 % über dem Vorjahr, jedoch um 16 % unter dem Durchschnitt aller Betriebe. Der Einkommenszuwachs der Biobetriebe war von höheren Erträgen, insbesondere von höheren öffentlichen Zahlungen, geprägt. Durch Anpassungen ab dem Antragsjahr 2025 werden weitere Maßnahmen zur Stärkung der biologischen Produktion im ÖPUL umgesetzt. Mit einem Anteil von rund 27 % ist Österreich bereits heute Europameister bei der Bio-Landwirtschaft.

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