Rund 120 Besucher kamen am 18. August zum Grünlandfeldtag des Maschinenrings nach Eberschwang. Im Mittelpunkt standen die Sanierung geschädigter Dauergrünlandflächen, der Bestandesumbau und Möglichkeiten, Grünland widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden zu machen.
Der Maschinenring hatte Anfang 2026 das mehrjährige Projekt GrünlandPro gestartet. Erfahrungen aus früheren Trockenjahren, insbesondere 2018 und 2019, flossen in das Projekt ein. Betriebe sollen von der Bestandsbeurteilung über Sanierungsmaßnahmen bis zur späteren Erfolgskontrolle begleitet werden.
Angesichts zunehmender Wetterextreme rückt laut Roman Braun, Bereichsleiter Agrarbetreuung beim Maschinenring Oberösterreich, die Stabilität der Bestände stärker in den Vordergrund. Statt maximaler Erträge in günstigen Jahren gehe es darum, über unterschiedliche Witterungsbedingungen hinweg möglichst stabile Erträge zu erzielen.
Stark vom Englischen Raygras geprägte Bestände konnten auf geeigneten Standorten hohe Leistungen erreichen. Wetterextreme erhöhen jedoch das Risiko größerer Ertragsschwankungen und von Bestandesausfällen. Trockentoleranz bedeutet dabei laut Braun nicht, Trockenperioden ohne Ertragseinbußen zu überstehen, sondern das Risiko massiver Ausfälle zu verringern.
Geschädigte Flächen gezielt umbauen
Die Trockenheit 2026 hat auf vielen Betrieben die Frage aufgeworfen, wie mit stark geschädigten Grünlandflächen weiter verfahren werden soll. Eine notwendige Sanierung kann dazu genutzt werden, nicht nur den ursprünglichen Bestand wiederherzustellen, sondern die Zusammensetzung gezielt zu verändern.
Wie groß das Interesse an diesem Thema ist, zeigt laut Maschinenring auch der begleitende WhatsApp-Kanal von GrünlandPro mit mehr als 650 Nutzern. Dort rückten zuletzt vor allem Fragen zum Umgang mit geschädigten Beständen und zu Sanierungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt.
Intensives Striegeln schafft Platz für die Neuansaat
Beim Feldtag wurde die Sanierung unter Praxisbedingungen vorgeführt. Ein wesentlicher Arbeitsschritt ist das intensive Ausstriegeln des geschädigten Altbestandes. Pflanzen- und Wurzelmaterial muss ausreichend entfernt werden, damit die Neuansaat genügend Raum und Licht erhält.
Auf der Demonstrationsfläche in Eberschwang wurde insgesamt viermal intensiv gestriegelt. Bleibt zu viel konkurrenzfähiger Altbestand zurück, können sich die neu angesäten Arten laut Maschinenring trotz des Aufwands für Saatgut und Bearbeitung nicht ausreichend etablieren.

Schwaden kann zum Flaschenhals werden
Nach dem Striegeln muss das herausgearbeitete Material zusammengeschwadet und von der Fläche entfernt werden. Dabei entstehen andere Anforderungen als bei der üblichen Grünlandernte. Wurzeln, Pflanzenreste und anhaftende Erde bilden schweres und teilweise kompaktes Material.
Als Flaschenhals der Arbeitskette erwies sich beim Feldtag insbesondere das Schwaden. Zu hohe Fahrgeschwindigkeiten können die Arbeitsqualität beeinträchtigen. Auch beim Abtransport ist das hohe Gewicht zu berücksichtigen, weshalb Ladewagen nicht zwangsläufig bis zum gewohnten Volumen gefüllt werden können.
Striegel, Schwader und Abfuhrgespanne müssen deshalb in ihrer Leistung aufeinander abgestimmt sein. Auf größeren Flächen kann der Einsatz mehrerer Schwader oder Abfuhrgespanne sinnvoll sein. Entscheidend für die Flächenleistung ist laut Maschinenring weniger eine möglichst hohe Fahrgeschwindigkeit als ein kontinuierlicher Arbeitsablauf.
Für einzelne Betriebe kann eine solche Sanierung einen erheblichen organisatorischen und maschinellen Aufwand bedeuten. Überbetriebliche Lösungen können vorhandene Betriebstechnik mit zusätzlichen Maschinen und Arbeitskapazitäten kombinieren.
Das ausgestriegelte Pflanzen- und Wurzelmaterial muss nicht zwangsläufig entsorgt werden. Beim Feldtag wurde es mit dem Ladewagen abgefahren und auf einer Miete abgelegt. Laut Maschinenring kann das Material mit Mist vermischt, kompostiert und später auf Ackerflächen ausgebracht werden.

Entwicklung bis 2028 beobachten
Mit der Neuansaat ist die Sanierung nicht abgeschlossen. Erst in den folgenden Monaten und Jahren zeigt sich, welche Arten sich etablieren und wie sich Ertrag und Futterqualität entwickeln.
Die Demonstrationsfläche in Eberschwang wird deshalb im Rahmen von GrünlandPro weiter beobachtet. Das Projekt läuft bis 2028. Neben regelmäßigen Bestandskontrollen sollen auch Futterertrag und Futterqualität bewertet werden.
Die Trockenheit 2026 kann damit bei ohnehin notwendigen Sanierungen auch Anlass für einen langfristigen Bestandesumbau sein. Ziel ist es, Grünlandbestände aufzubauen, die unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen möglichst stabile Erträge liefern.
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