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Jauche als kurzfristiger Stickstoff-Boost
Die Stärke der Jauche liegt im hohen Anteil an schnell verfügbarem Ammonium-Stickstoff (NH4-N), sowie der dünnflüssigen Konsistenz. Rinderjauche mit 2 % TS enthält etwa 2,5 kg Gesamt-N/m³, davon 2 kg NH4-N. Schweinejauche kommt auf 3,5 kg Gesamt-N/m³ und 3,0 kg NH4-N.
Auf aufnahmefähigem Boden kann Jauche rasch einsickern. Die Emissionen sind dadurch niedriger als bei dickflüssigen Düngern. Dieser Vorteil geht auf verdichteten, verschlämmten, wassergesättigten oder sehr trockenen Böden verloren. Dort nehmen Ausschwemmung, ungleichmäßige Verteilung und gasförmige N-Verluste zu.

Die Schwäche der Jauche liegt in der geringen Reservewirkung. Sie bringt kaum organische Substanz und trägt so wenig zur Bodenstruktur bei. Wie bei Gülle wird Ammonium im Boden zu Nitrat umgewandelt. Auch dann ist der Stickstoff für Pflanzen noch gut verfügbar, wird bei Regen jedoch nicht mehr im Wurzelraum gehalten.
Je weiter Ausbringung und N-Aufnahme auseinanderliegen, desto mehr Stickstoffverluste muss man in Kauf nehmen.
Mist als langfristiger Nährstoffspeicher

Als Mist bezeichnet man den festen Wirtschaftsdünger aus Kot, Harn und Einstreu. Ein Großteil seiner Nährstoffe liegt organisch gebunden vor. Mist hat seine Stärke deshalb auch nicht in einer schnellen Stickstoffwirkung. Sein Wert liegt vielmehr in der langsameren Nährstoffnachlieferung und Bodenwirkung.
Ein Beispiel: Rindermist mit 23 % TS enthält laut Tabellen 6 kg Gesamt-N/t. Im Jahr der Ausbringung werden davon aber nur etwa 1,5 kg N/t pflanzenwirksam. Bei 20 t Ausbringemenge/ha kommen also zwar 120 kg Gesamt-N auf die Fläche, für die aktuelle Kultur sind aber nur rund 30 kg N/ha anzusetzen.
Bei frischem, strohreichem Mist kommt hinzu: Während der Rotte kann zunächst sogar mineralischer Stickstoff gebunden werden. Daher sollte man möglichst verrotteten Mist ausbringen. Das erleichtert auch die Düngeplanung durch stabilere Werte. Gleichzeitig darf man Mist als Dünger auch nicht unterschätzen: So liefert Rindermist etwa 3,5 kg P2O5/t.
Bei 20 t/ha sind das gut 70 kg P2O5/ha. Hinzu kommt der organische Kohlenstoff. Er verbessert Krümelstruktur, Wasseraufnahme, Befahrbarkeit und Bodenleben. Mist ist damit kein schneller Stickstoffdünger, sondern ein nachhaltiger Nährstoffspeicher.
Gülle als praktischer Kompromiss

Gülle ist das flüssige Gemisch aus Kot und Harn. Sie enthält Stickstoff überwiegend als pflanzenverfügbares NH4-N. Bei Rindergülle mit 8 % TS rechnet man mit 4,5 kg Gesamt-N/m³, davon 2,5 kg NH4-N/m³. Bei Schweinegülle mit rund 6 % TS liegt man mit mit 6 kg Gesamt-N/m³ und 4 kg NH4-N/m³ höher.
Für die Düngeplanung reicht die ausgebrachte Güllemenge deshalb allein nicht aus. Zumindest TS, Gesamt-N, NH4-N und P2O5 sollte man kennen. NH4-N wird im Boden je nach Temperatur, Feuchtigkeit und Sauerstoffversorgung rasch zu Nitrat umgewandelt. Damit ist der N nicht mehr an Bodenpartikel gebunden und kann durch Niederschläge aus dem Wurzelraum ausgewaschen werden.
Gleichzeitig entstehen entlang der Prozesskette Emissionen: Bleibt Gülle längere Zeit an der Oberfläche, entweicht Stickstoff als Ammoniak. Unter sauerstoffarmen Bedingungen, wie z. B. im Güllelager, können zudem Methan (CH4) und Lachgas (N2O) entstehen, die zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Treibhausgasen zählen.
TS-Gehalt, Lagerung, Bodenzustand und Ausbringtechnik entscheiden maßgeblich über die N-Ausnutzung und die Höhe der Emissionen. Zur Minderung dieser Verluste haben sich bodennahe Ausbringverfahren wie Schleppschuh oder Injektion bewährt. Sie verkleinern die benetzte Oberfläche und reduzieren die Ammoniakfreisetzung, bringen aber auch Probleme, wie z. B. Futterverschmutzung mit sich.
Güllezusätze oder die Ansäuerung können Emissionen ebenfalls senken und die Stickstoffeffizienz verbessern. Damit bleibt mehr Nährstoff auf dem Feld und steht der Kulturpflanze zur Verfügung.

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