AgrarpolitikHandelseinigung mit Australien: Copa-Cogeca skeptisch

Handelseinigung mit Australien: Copa-Cogeca skeptisch

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Während Copa-Cogeca nach der politischen Einigung auf das Handelsabkommen zwischen der EU und Australien seine Kritik bekräftigt, finden Eucolait, CEEV und spiritsEurope lobende Worte.
Quelle: Niklas Schorrer/shutterstock.com

Die politische Einigung Australiens und der Europäischen Union auf ein Handelsabkommen stößt bei den europäischen Dachverbänden aus Land- und Agrarwirtschaft auf geteiltes Echo. Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (Copa) und ländlichen Genossenschaften (Cogeca) bleiben skeptisch. In einer ersten Stellungnahme am 24. März sprachen sie von einer anhaltenden Negativserie für die europäische Landwirtschaft und äußerten „erhebliche Bedenken“, erneut als Verhandlungsmasse in der EU-Strategie zu dienen. Besonders kritisch sehen Copa-Cogeca die Zugeständnisse in sensiblen Agrarsektoren wie Rind- und Schaffleisch, Zucker und Reis. Die Organisation bewertet die nun gemachten Zugeständnisse als inakzeptabel, insbesondere im Kontext anderer bereits abgeschlossener Handelsabkommen. Zudem bemängeln sie das Fehlen eines umfassenden Konzepts zur Bewältigung der kumulativen Auswirkungen und betonen, dass europäische Landwirte die Kosten der bilateralen Liberalisierung nicht weiter tragen könnten. Es seien angemessene und wirksame Schutzmaßnahmen erforderlich.

Positive Reaktionen aus Molkereiwirtschaft

Im Gegensatz dazu begrüßte der Europäische Verband des Molkereihandels (Eucolait) den Abschluss als „wichtigen und positiven Schritt“ zur Diversifizierung von Bezugsquellen und Exportmärkten. Besonders der erleichterte Zugang für EU-Milchprodukte nach Australien wird hervorgehoben: 2025 exportierte die EU dort Milchprodukte im Wert von fast 400 Mio. Euro, vor allem Käse, Butter, Milchpulver und Säuglingsnahrung.

Auch die Weinwirtschaft (CEEV) sieht Chancen für eine stärkere Diversifizierung der Exporte und die Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit. Australien ist aktuell der elftgrößte Exportmarkt für EU-Weine (300 Mio. Euro 2025), wobei Schaumweine rund die Hälfte des Handels ausmachen.

Die Spirituosenbranche (spiritsEurope) lobt die Abschaffung von Zöllen und den Schutz von 231 europäischen geografischen Angaben (g.g.A.), wodurch gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden. Australien war 2025 der zwölftgrößte Exportmarkt für EU-Spirituosen (150,2 Mio. Euro).

Auch der Agrarhandel in Deutschland (DAH) begrüßt das Abkommen als Beitrag zu Stabilität und Diversifikation, ohne die Märkte zu überfordern. Gleichzeitig warnt die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) vor zusätzlichen zollfreien Zuckerimporten, die den regionalen Rübenanbau und die heimische Zuckerwirtschaft gefährden könnten.

Quelle: AgraEurope

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