Milchkühen fällt auf, wenn an heißen Tagen im Tank Milch fehlt. Bei der Mutterkuh ist die Leistungsdepression nicht so eindeutig sichtbar, weil die Milch nicht gewogen wird. Generell leiden Mutterkühe nicht ganz so ausgeprägt und schnell unter Hitzestress wie ihre Artgenossinnen. Dennoch ist die Hitze auch für ihren Körper eine nicht zu unterschätzende Belastung. Europäische Kühe können nur über verstärktes Atmen (Hecheln) ihre Wärme abgeben, weil sie zu wenig Schweißdrüsen haben. Um den Hitzestress zu beurteilen, wird der Panting Score verwendet, dabei werden die Atemzüge der Rinder innerhalb einer Minute erfasst und anhand der Tabelle beurteilt.
Luftfeuchtigkeit ist entscheidend
Hitzestress lässt sich nicht an der Temperatur festmachen. Das zeigen auch Messungen der Atemfrequenz in Iden (Sachsen-Anhalt). Wie in der Abbildung auf Seite 32 zu sehen ist, gibt es heiße Tage, an denen die Mutterkühe auch bei über 30 °C keinen starken Anstieg der Atemfrequenz zeigen. Ausschlaggebend ist neben der Temperatur vor allem die Luftfeuchtigkeit. Manchmal vertragen Kühe 32 °C mit geringer Luftfeuchtigkeit besser als 30 °C mit 70 % Luftfeuchtigkeit. Ist sie hoch, dann können Rinder ihre Wärme schlechter abgeben. Der Temperature Humidity Index (THI) wurde ursprünglich für Milchkühe entwickelt, ist aber bereits für Fleischrinder adaptiert worden. Mittels THI können Landwirte beurteilen, ob die Gefahr von Hitzestress gegeben ist. Wichtig ist, auf der Weide und im Stall die Mutterkühe und ihre Kälber genau zu beobachten und auch Atemzüge, Speicheln und Maulatmung in die Beurteilung aufzunehmen.
Was dieser Beitrag noch bereithält:
- Auch Kälber leiden
- Schatten ist nicht alles
- Kaltes Wasser anbieten
- Haarwechsel beobachten
- Langfristige Folgen
- Extrakoppel für heiße Tage
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