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Hohe Kosten für Paradeiserproduktion

Cherry-Paradeiser
Paradeiser: ein heimisches Gemüse mit köstlich-fruchtigem Geschmack und wertvollen Inhaltsstoffen.
Quelle: shutterstock.com

Die steirischen Paradeiser-Bauern trifft die Teuerung hart. “Die davongaloppierenden Produktionskosten und die zu geringen Erzeugerpreise bringen die Produzenten in ärgste Bedrängnis. Damit die Paradeiser-Produzenten ihre Sparte zukunftsfit ausrichten können, brauchen sie ehrliche Wertschätzung und dauerhaft höhere Preise”, macht LK Steiermark-Präsident Franz Titschenbacher deutlich. Laut LK Steiermark sind die Düngemittelpreise seit dem letztem Jahr um 115% gestiegen, der Dieselpreis liegt aktuell um 72% höher als im März 2021 und auch die Lohnkosten für die Erntehelfer steigerten sich um 19%.

“Die heimischen Produzenten arbeiten ohne Einsatz von fossiler Energie in unbeheizten Folienhäusern. Kultiviert werden die Sommer-Paradeiser vorwiegend zwischen März und Oktober, sodass das natürliche Licht und die Wärme der Sonne bestmöglich für das Heranwachsen der Pflanzen und das Reifen der Früchte genützt werden. Das bringt köstlich-fruchtigen Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe”, betont Kammerdirektor Werner Brugner. Und: “Zum Schutz der Pflanzen vor Schädlingen werden gezielt Nützlinge eingesetzt, sodass auf chemischen Pflanzenschutz größtenteils verzichtet werden kann. Das ist bei den bäuerlichen Produzenten seit vielen Jahren Standard.” Seit 16 Jahren bietet die LK Steiermark den heimischen Paradeiser-Bauern das Spezialberatungsangebot “Mich schützen Nützlinge” an. Vier Nützlingsspezialisten beraten die Betriebe bei der gezielten Anwendung dieser natürlichen Pflanzenschutzmethode.

Fritz Rauer, Obmann der steirischen Gemüsebauern, appelliert an die Konsumenten, bewusst zu heimischen Paradeisern zu greifen. Dies sichere das wirtschaftliche Überleben der Bauern, schaffe Arbeitsplätze in der Region und nütze der Umwelt sowie dem Klima. Das untermauert auch eine Studie des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO. Demnach könnten in der Steiermark 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn jeder steirische Haushalt im Monat um 3,50 Euro ausländische durch heimische Lebensmittel ersetzen würde.

Bunte Sortenvielfalt

In der Steiermark bieten die bäuerlichen Produzenten eine bunte Produktpalette von erntefrischen Sommer-Paradeisern – von Ochsenherz-Fleischparadeisern über süße Cherry-Paradeiser bis hin zu köstlichen Dattel- und Cherry-Rispenparadeisern oder kugeligen Salatparadeisern – an. Bei den spezialisierten Direktvermarktern sind es teils sogar bis zu 50 verschiedene Sorten. Die vielen Sonnenstunden hätten heuer dafür gesorgt, dass sich das typisch fruchtige Paradeiser-Aroma ausgesprochen gut ausgebildet hat. Außerdem leitet sich der in der Steiermark gebräuchliche Name Paradeiser von der ursprünglichen Bezeichnung Paradies- oder Liebesapfel ab.

Zahlen und Fakten

60 bäuerliche Betriebe im Grazer Raum und in der Südoststeiermark kultivieren vorwiegend in Folienhäusern ihre Sommer-Paradeiser. Die steirische Gesamtfläche im Paradeiser-Anbau beträgt 40 ha. Damit liegt die Steiermark an dritter Stelle im Bundesländer-Ranking. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 30 kg sind Paradeiser das Lieblingsgemüse der Steirer. Geerntet werden heuer in dem Bundesland davon rund 8.000 Stück.