Ballaststoffe stehen aktuell stark im Fokus der Konsumenten. Unter dem Schlagwort „Fiber-Maxxing“ verbreitet sich auf ein Social Media einTrend, der den Blick auf bestimmte pflanzliche Lebensmittel lenkt. Damit ist keine Diät gemeint, sondern ein bewusster Blick auf pflanzliche Rohstoffe mit hohem Ballaststoffgehalt. Hülsenfrüchte profitieren davon besonders.
Chance für Landwirtschaft
Für die österreichische Landwirtschaft sind Hülsenfrüchte längst ein relevanter Produktionszweig. Sojabohnen, Ackerbohnen, Körnererbsen, Linsen, Kichererbsen und Lupinen werden in zunehmendem Umfang angebaut. Seit 2020 ist beim Anbau von Körnerleguminosen eine klare Trendwende erkennbar. Laut Grünem Bericht 2025 wurden 2024 rund 23.300 Hektar bewirtschaftet, mit einer Erntemenge von 49.150 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr stiegen Fläche und Produktion deutlich. Besonders dynamisch entwickelt sich der Sojabohnenanbau. Soja ist mittlerweile die viertwichtigste Ackerkultur Österreichs. 2025 brachte eine Rekordernte mit sehr guten Erträgen und Qualitäten, im konventionellen Anbau durchschnittlich knapp 3.500 Kilogramm pro Hektar. Österreich zählt damit erstmals zu den drei größten Sojaproduzenten der EU. Ein wesentlicher Unterschied zum internationalen Markt: Ein großer Teil der heimischen Soja wird direkt für Lebensmittel genutzt, konsequent gentechnikfrei und nach klar definierten Produktionsstandards. Mit dem wachsenden Angebot gewinnt die Herkunft an Bedeutung.
AMA Gütesiegel-Richtlinie
Seit 1. Mai 2024 ist die AMA-Gütesiegel-Richtlinie Ackerfrüchte in Kraft. Sie ermöglicht landwirtschaftlichen Betrieben, ihre Hülsenfrüchte unter klaren Kriterien zu zertifizieren. Für bäuerliche Betriebe bedeutet das eine stärkere Positionierung am Markt, bessere Differenzierung gegenüber Importware und zusätzliche Chancen in der Vermarktung heimischer Hülsenfrüchte.

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