Damit Kälber nicht erkranken, können Landwirte bereits vorab bei nichtinfektiösen Ursachen im Stall Maßnahmen ergreifen. Dazu zählt, dass das Stallklima für die Kälber passt, es keine Zugluft oder großen Schadstoffgehalte und hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 60–80 % gibt. Ebenso wichtig sind ausreichend Frischluft und die richtige Temperatur. Die Einstreu sollte trocken, ohne Staub und frei von Verpilzung sein.
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Eine hohe Besatzdichte, Umstallen, Eingliedern, Kastrieren und Enthornen verursachen Stress, der das Immunsystem des Kalbes belastet. Achten Sie auf eine ausreichende Biestmilchversorgung, damit das Kalb in den ersten sechs Lebenswochen gut geschützt ist. Besonders wichtig ist auch Hygiene. Wird zu wenig ausgemistet, herrscht eine höhere Ammoniakbelastung und es sind dann mehr Keime in der Umgebung, die das Immunsystem des Kalbs stärker fordern. Spielen diese Faktoren zusammen, werden sie schnell zum Wegbereiter für Infektionen mit Viren oder/und Bakterien. Dann haben Viren wie BRSV, Parainfluenza-3, Adeno etc. oder Bakterien wie Pasteurellen, Aktionmyces, Hämophilus oder Mykoplasmen ein leichtes Spiel.
Praxisbeispiel
Ein Mutterkuhhalter bemerkt in den Wintermonaten vermehrt, dass seine Kälber immer wieder husten. Er vermutet einen Zusammenhang mit der vermehrten Fütterung von Silage. Tierärztin Elisabeth Stöger rät: „Wenn Kälber husten, müssen Sie immer überprüfen, ob die Tiere Fieber und/oder Nasenausfluss haben. Das würde für eine Atemwegserkrankung sprechen. Husten die Kälber ohne Fieber und Ausfluss, könnte es sich um eine Herzschwäche aufgrund eines Selenmangels handeln. In diesem Fall rasch Selen oral oder per Injektion verabreichen. Wenn der Selenmangel die Ursache für den Husten war (vom Herz ausgehend), klingen die Symptome innerhalb von zwei Tagen ab.“ Mehr zur Selenversorgung lesen Sie im LANDWIRT bio 2/2025.
Was dieser Artikel noch bereithält:
- Symptome der Lungenentzündung
- Lebenserhaltende Maßnahmen
- Tipp: Fieberkurven führen
- Heilpflanzliche und homöopathische Unterstützung bei Husten, Grippe und Lungenentzündungen
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