AckerbauBodenImmer diese Termine

Immer diese Termine

Die Natur lässt sich nicht in Termine zwängen. Das zeigt uns das Wetter in weiten Teilen Österreichs bereits seit gut zwei Monaten. Schon während der Ernte zwangen Regentage die Mähdrescher ständig zu Pausen. Die etwas feuchten Bedingungen während der Ernte musste man in Kauf nehmen. Die hohen Erzeugerpreise dieses Jahr ließen aber viele über die Mähdrescherspuren im Feld hinwegsehen. Dafür hat man Bodenbearbeitungsgeräte erfunden.

Aber auch nach der Ernte wurde es nicht besser und in weiten Teilen des Landes wollte der Regen nicht mehr aufhören. Schon war es ein paar Tage trocken und man spekulierte mit einer Bearbeitung, kam auch wieder der nächste Regen. Eine Bodenbearbeitung ohne grobes Bauchweh war schlichtweg bis Redaktionsschluss nicht möglich. Das erschwerte naturgemäß die Aussaat der Zwischenfrucht. Die Zwischenfrucht, die theoretisch seit 20. bzw. 31. August im Boden sein sollte – so wollen es die Förder-Richtlinien.

Die Folgen dieser Regelung haben jedenfalls nichts mit Bodenschutz zu tun. Nicht selten wurden Böden nass bearbeitet und Zwischenfrüchte regelrecht in den Boden „geschmiert“ – nur um der Bürokratie gerecht zu werden und den Saattermin einzuhalten. Doch das wiederspricht dem Sinn und Zweck der Zwischenfrucht: dem Boden etwas Gutes zu tun und beste Bedingungen für die Folgefrucht zu schaffen. Hier drängt sich die Frage auf: Warum immer diese fixen Termine? Wäre nicht ein flexibles System besser? Keiner kennt den richtigen Zeitpunkt für die Saat besser als der Landwirt selbst.

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