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Immer mehr Soja in Österreich

Quelle: Böck

Sojabohnen sind nach Mais, Weizen und Gerste mit 68.520 ha flächenmäßig die viertwichtigste Ackerfrucht auf Österreichs Feldern. „Damit hat Soja längst den Weg aus der Nische geschafft. Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich die Sojafläche hierzulande mehr als verdoppelt“, berichtet Karl Fischer, Obmann des Vereins Soja aus Österreich. 202.542 Tonnen haben Österreichs Soja-Bauern heuer geerntet.

Burgenland Nr.1

Nummer 1 ist das Burgenland mit 64.400 Tonnen oder fast einem Drittel der Erntemenge. Darauf folgen Niederösterreich mit 59.892 Tonnen und Oberösterreich mit 48.691 Tonnen. Wie auch im Vorjahr konnte Wien den stärksten prozentuellen Flächenzuwachs verzeichnen. Hier ist die Sojaanbaufläche von 149 ha im Jahr 2019 auf 267 ha gestiegen. Fischer schätzt das Potenzial der Sojabohne in Österreich bis zum Jahr 2030 auf 100.000 ha Anbaufläche mit einer jährlichen Erntemenge bis 350.000 Tonnen ein.

Rekordernte bei Bio-Soja

Der Trend zu Bio-Soja schreitet weiter voran. Die Bio-Sojaflächen konnten 2020 erneut ausgeweitet werden und betrugen 26.583 ha. „Im Vergleich zu 2019 ist der Biosoja-Anteil flächenmäßig somit von 35 % auf 39 % gestiegen. Dieser Wert ist einzigartig in Europa“, betont Fischer. In Bezug auf die Fläche ist auch hier das Burgenland Spitzenreiter: Über 12.000 ha Soja werden dort nach Kriterien des biologischen Landbaus bewirtschaftet, das entspricht 52 % der burgenländischen Gesamtsojafläche. Gar 54 % beträgt der Bioflächen-Anteil in Niederösterreich.

Konventionelle Ernte fällt

Im Unterschied zu Bio-Soja ist die Flächenentwicklung im konventionellen Soja-Anbau rückläufig. Verglichen mit dem Vorjahr gingen die konventionellen Sojaflächen um 6 % zurück, was auch ein Minus von 18.900 Tonnen bedeutete. Zudem kann man hier bei den Hektarerträgen eine Abnahme beobachten, was zur Folge hat, dass die Preise angezogen haben. Das stärkste Bundesland im konventionellen Soja-Bereich ist Oberösterreich mit 44.316 Tonnen auf 13.364 ha. Ertragsmäßig liegt dagegen die Steiermark vorne, wo ein durchschnittlicher Hektarertrag von 3.380 kg erzielt wurde.

 Überragende Eiweißpflanze

„Auch Raps, Sonnenblume, Körnererbse und Ackerbohne können der Sojabohne den Rang als wichtigste Alternativkultur in Österreich nicht einmal ansatzweise streitig machen“, erklärt der Experte. Zwar werden auch Erbsen bzw. Eiweißisolate aus Erbsen als Rohstoff in Fleischersatzprodukten eingesetzt, aus Österreich stammen die Erbsen dafür aber in den seltensten Fällen. Dafür sind Anbaufläche und Erntemenge deutlich zu gering. So wurden heuer nur 11.682 Tonnen Erbsen auf 5.016 ha geerntet, das macht nicht einmal sechs Prozent der Sojaernte aus.

Verarbeitung zu Lebensmitteln

Die feuchte Witterung im heurigen Jahr sorgte zwar für eine gute Wasserversorgung, allerdings fördert diese das vegetative, statt des generativen Wachstums. „Die Erträge je Hektar sind daher im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, gleichzeitig sorgt dies aber für gute Eiweißwerte. Das wiederum ist ein Vorteil bei der Verarbeitung von Sojabohnen zu hochwertigen Lebensmitteln“, erklärt Fischer.

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