Ab dem 3. September 2026 dürfte Brasilien kein Rind- und Geflügelfleisch mehr in die Europäische Union exportieren, sofern das Land die europäischen Vorgaben zum Einsatz antimikrobieller Wirkstoffe in der Tierhaltung nicht erfüllt. Brasilien zählt zu den wichtigsten Fleischlieferanten der EU und deckt derzeit rund ein Viertel der Rind- und Geflügelfleischimporte. Ein Wegfall dieser Mengen würde das Angebot insbesondere bei hochwertigen Rindfleischteilstücken sowie bei Geflügelfleisch spürbar verringern.
Rabobank erwartet steigende Preise
Nach Einschätzung der Rabobank dürfte ein Importstopp die Preise innerhalb der EU steigen lassen. Beim Rindfleisch wären vor allem hochwertige Teilstücke betroffen, während sich die Auswirkungen bei Geflügelfleisch auf den gesamten Markt erstrecken könnten.
Exporte vor möglichem Handelsstopp ausgeweitet
Bereits im Vorfeld eines möglichen Importstopps zeigen sich laut Rabobank erste Marktreaktionen. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die brasilianischen Geflügelexporte in die EU gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 53 %, die Rindfleischexporte nahmen um 7 % zu. Zu dieser Entwicklung könnte neben der drohenden Importsperre auch das seit Mai 2026 vorläufig angewendete EU-Mercosur-Abkommen beigetragen haben.
Umlenkung der Exporte erwartet
Sollte der Importstopp in Kraft treten, rechnet die Rabobank damit, dass Brasilien seine Fleischexporte verstärkt nach Großbritannien, Mexiko, in den Nahen Osten und nach Asien verlagert. Während dort das Angebot steigen und der Wettbewerbsdruck zunehmen könnte, dürfte das geringere Angebot in der EU das Preisniveau stützen.
Quelle: Rabobank
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