SchweinISN: „Rechtsbrüche von Tierrechtlern konsequent anzeigen“

ISN: „Rechtsbrüche von Tierrechtlern konsequent anzeigen“

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Hinweisschilder gegen unbefugtes Betreten von Ställen sind gesetzlich vorgeschrieben und keineswegs Zeichen dafür, dass Schweinehalter etwas zu „verbergen“ haben.
Quelle: Agrarfoto

Mitte Juli 2025 wurden zwei Tierrechtsaktivisten vor dem Landgericht Oldenburg (Niedersachsen) schuldig gesprochen. Die Aktivisten müssen sich unter anderem für das unbefugte Eindringen in den Schlachthof Brand in Lohne verantworten und sich auf Schadensersatzforderungen einstellen.

Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN).
Quelle: ISN

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) begrüßte diesen Schritt ausdrücklich als „bemerkenswert“. ISN-Geschäftsführer Torsten Staack meint dazu: „Wer systematisch Rechtsverstöße begeht und meint, sich dafür nicht verantworten zu müssen, hat schon ein fragwürdiges Rechtsverständnis. Niemand ist berechtigt, sich selbst und seine Ideologie über das Recht zu stellen – doch genau das machen Tierrechtler.“

Schweinehalter wehren sich

Die verurteilten Aktivisten gehören der Tierrechtsorganisation ´Animal Rights Watch´ (ARIWA) an. Diese veröffentlicht immer wieder heimlich aufgenommenes Videomaterial aus Ställen oder Schlachthöfen. Wie die ISN mitteilte, liegen gegen ARIWA zahlreiche weitere Strafanzeigen im Zusammenhang mit anderen Kampagnen vor. Nach Angaben der ISN haben mindestens 13 Schweinehalter Anzeige und Strafantrag gestellt, weil ARIWA-Aktivisten in der zweiten Jahreshälfte 2024 und zu Jahresbeginn 2025 unbefugt in ihre Ställe eingedrungen sind.

Die ISN teilt mit: „Bei der Kampagne, die im Mai 2025 von ARIWA veröffentlicht wurde, lag der Fokus auf Schweinehaltern mit Ställen höherer Haltungsformen. Ohne Anlass wurden 21 Betriebe in sechs Bundesländern nur aus ideologischen Gründen und teils mehrfach und in einem engen zeitlichen Zusammenhang besucht. Bei fast der Hälfte der Betriebe fand ARIWA nach eigenen Angaben selbst keine Vergehen, auf deren Basis die Tierrechtsorganisation Anzeige hätte erstatten können. Zwei Drittel der hier betroffenen Betriebe hat richtigerweise deshalb Anzeige wegen Hausfriedensbruch mit entsprechendem Strafantrag gegen Verantwortliche des Vereins ARIWA erstattet.“

Erhöhtes Seuchenrisiko durch unbefugtes Eindringen

Besonders unverantwortlich und erschreckend bezeichnet die ISN die Art und Weise, wie sich die Tierrechtsaktivisten über Vorgaben des Tierseuchenrechts hinwegsetzen – und das in Zeiten der Afrikanischen Schweinepest und der Maul- und Klauenseuche (MKS). Aus einer Pressemappe von ARIWA geht laut der ISN hervor, dass allein nach Bekanntwerden der MKS im Januar Aktivisten noch mindestens zwölf Betriebe in sechs Bundesländern unbefugt betreten haben.

„Rechtsbrüche konsequent anzeigen“

Torsten Staack appelliert an alle Schweinehalter: „Sichern Sie Ihre Ställe konsequent ab. Und: Reagieren Sie sofort, wenn Sie ein unbefugtes Eindringen bemerken, um den tatsächlichen Ist-Zustand im Stall zu dem Zeitpunkt dokumentieren zu können. Die Betriebe sind übrigens nach den aktuellen Vorschriften zur Tiergesundheit und zur Biosicherheit verpflichtet, sicherzustellen, dass sich kein Unbefugter Zutritt zu den Ställen verschaffen kann. Dies muss auch mit Hilfe von Hinweisschildern an den Stalleingängen kenntlich gemacht werden. Dies heißt nicht, dass sie etwas zu verstecken haben, wie uns die Tierrechtler gerne weismachen wollen.“

Wie Staack betont, würden Anzeige dabei helfen, „die Dimensionen des unbefugten Stalleindringens für Behörden sichtbarer zu machen. Ansonsten werden solche Dinge stillschweigend toleriert – und damit muss Schluss sein!“

Er ruft betroffene Schweinehalter dazu auf, sich bei der ISN zu melden, etwa um Unterstützung bei der Anzeigenerstellung und der Formulierung eines Strafantrags Unterstützung zu bekommen. Gleichzeitig sollten Schweinehalter weiter technisch mit Überwachungssystemen aufrüsten, um Stalleinbrechern einen Riegel vorzuschieben. Hierbei könne auch immer mehr der Einsatz Künstlicher Intelligenz helfen.

Auch in Österreich kommt es immer wieder zu unerwünschten „Besuchen“ durch Aktivisten, vor allem des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), in Schweinställen sowie zu Negativ-Kampagnen im öffentlichen Raum.

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