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Jahresbilanz 2025: Deutlicher Wandel zeichnet sich ab

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Die Verteilung der Niederschlagsmengen im langjährigen Mittel
Quelle: BMLUK

In der Folge lagen die Abflüsse der Fließgewässer sowie die Grundwasserstände über weite Teile des Jahres unter dem langjährigen Mittel. Einzelne niederschlagsreichere Phasen führten regional zwar zu kurzfristigen Entlastungen, konnten die über das Jahr aufgebauten Defizite jedoch nicht nachhaltig ausgleichen. Der Dezember 2025 bestätigte dieses Gesamtbild und ging vielerorts ebenfalls mit unterdurchschnittlichen Abflüssen und niedrigen Grundwasserständen einher. Hydrologisch hervorzuheben ist zudem, dass das Jahr 2025 außergewöhnlich arm an Hochwasserereignissen war.
Minister Norbert Totschnig betont: „Das Jahr 2025 zeigt, dass wir aufgrund steigender Temperaturen und veränderter Niederschlagsmuster mit einem deutlichen Wandel im Wasserhaushalt konfrontiert sind. Entscheidend ist, dass wir in Österreich mit unserem flächendeckenden hydrographischen Messnetz gut aufgestellt sind: Die kontinuierlichen Beobachtungen liefern eine solide Grundlage, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und faktenbasiert zu handeln.“

Zentrale Ergebnisse

Die Lufttemperatur lag 2025 österreichweit um rund +1,1 °C über dem Mittel der Referenzperiode 1991–2020. Überdurchschnittliche Temperaturen traten in allen Jahreszeiten auf und verstärkten insbesondere in den warmen Monaten die Verdunstungsverluste, wodurch sich bestehende Niederschlagsdefizite im Wasserhaushalt weiter zuspitzten.
Die Niederschlagssumme lag österreichweit rund 14 % unter dem langjährigen Mittel, wobei sich deutliche regionale Unterschiede zeigten. Charakteristisch war eine ungleiche zeitliche Verteilung mit längeren Trockenphasen und einzelnen niederschlagsreichen Perioden.
Die Schneespeicherung im Winter 2024/25 war unterdurchschnittlich und führte im Frühjahr 2025 zu einem verminderten schneebedingten Beitrag zur Abflussbildung sowie zu einer unterdurchschnittlichen Grundwasserneubildung. Auch zu Beginn des Winters 2025/26 lagen die Schneemengen unter dem langjährigen Mittel.
An den Oberflächengewässern wiesen im Jahresmittel rund 55 % der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Abflüsse auf. Die Grundwasserstände lagen an etwa der Hälfte der Messstellen über weite Teile des Jahres auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau und zeigten nur lokal und kurzfristig Reaktionen auf Niederschlagsereignisse.

Einordnung im Kontext des Klimawandels

Das Jahr 2025 weist mehrere Merkmale auf, die mit langfristigen klimatischen Entwicklungen in Österreich vereinbar sind. Dazu zählen überdurchschnittliche Lufttemperaturen, ein abnehmender Beitrag der Schneespeicherung sowie eine zunehmend ausgeprägte zeitliche Struktur der Niederschläge mit längeren Trockenphasen und episodischen, teils intensiven Niederschlagsereignissen. Diese Entwicklungen unterstreichen, dass für den Wasserhaushalt nicht allein die Jahressumme des Niederschlags, sondern zunehmend dessen zeitliche und räumliche Verteilung sowie die Intensität einzelner Ereignisse von Bedeutung sind.
„Um die Auswirkungen auf den österreichischen Wasserkreislauf frühzeitig zu erkennen, untersuchen wir im Rahmen der laufenden Studie ‚Wasser im Klimawandel‘ bis Ende 2026, welchen Einfluss der Klimawandel auf Hochwasser, Starkregen, Niedrigwasser, Grundwasser und Schnee hat. Diese Erkenntnisse werden wesentlich dazu beitragen, unsere wasserwirtschaftlichen Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und die Wasserressourcen Österreichs langfristig zu sichern“, so Norbert Totschnig.

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