Der Blick auf das Lagerhaus TechnikCenter und den John-Deere-Vertrieb fällt derzeit unterschiedlich aus. Im LANDWIRT Interview präsentiert Geschäftsführer Johann Oberger ein Unternehmen, das sich an veränderte Marktbedingungen anpasst. Von Turbulenzen keine Rede.
Aus Gesprächen mit namhaften Vertretern aus der Lagerhaus-Organisation ergibt sich ein anderes Bild. Dort ist von massivem Vertrauensverlust die Rede. Die von Oberger gelobte Reorganisation wird als Rückbau wahrgenommen: Standortverkäufe, personelle Abgänge, Gehaltskürzungen und vor allem die Trennung von Vertrieb und Service hätten Spuren hinterlassen.
Dass Letztere wieder aufgehoben wird, wirkt weniger als Feinschliff denn als Korrektur.
Auch der Markt spricht eine andere Sprache. Die Basis sieht im Absturz von John Deere auf Platz neun der Traktorzulassungen ein strukturelles Problem – Oberger tut es als „Momentaufnahme“ ab. Der Wechsel der „Unser Lagerhaus – Warenhandelsgesellschaft“ in Kärnten und Tirol zu Claas unterstreicht diese Entwicklung aber.
Direkt auf wirtschaftliche Schäden angesprochen, erklärt der LTC-Chef diese als kurzfristig rückläufige Zahlen infolge der Neuausrichtung. In der Branche ist von Verlusten in zweistelliger Millionenhöhe die Rede. Die Diskrepanz lässt sich bestenfalls mit der Distanz zwischen Zentrale und Markt erklären: Oben dominieren strategische Erklärungen, unten zählen Preise, Service und Vertrauen. Entscheidend ist jetzt, dass die Führung die Signale aus dem Markt anerkennt.
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