LandlebenErnährungKaum Hafer aus Österreich im Müsli

Kaum Hafer aus Österreich im Müsli

Der Hafer im Müsli stammt oft aus Deutschland, Dänemark, Polen oder Litauen.
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Müsli gilt als gesundes Essen – ebenso wie Haferflocken. Wer dabei darauf vertraut, dass das Rohprodukt Hafer zwangsläufig aus Österreich stammt, der irrt aber. Ein Regionalitäts-Check von bäuerlichen Interessensvertretern hat offengelegt, dass nur bei 20 Prozent der untersuchten Haferflocken Österreich als Herkunftsland angegeben ist. “Beim Müsli stammen die Haferflocken gar nur bei einem einzigen der getesteten Produkte aus Österreich”, kritisierte Johannes Schmuckenschlager von der LK-Niederösterreich.

Die restlichen Haferflockenprodukte sollen Hafer aus Deutschland, Dänemark, Finnland, Schweden, Polen oder Litauen beinhalten. Diese Angaben machten die Hersteller bzw. Händler laut Bauernvertretung auf explizite Nachfrage der “Store-Checker“, denn oft sei am Etikett lediglich „Hafer aus EU/nicht EU“ angegeben – und nicht das konkrete Herkunftsland. Bei einem überprüften Produkt habe es trotz Nachfrage gar keine Information über das Ursprungsland gegeben.

AMA-Gütesiegel auch für Getreide

Für Verwirrung sorgt auch so manche Müsli-Verpackung – wie bei einer bekannten Eigenmarke festgestellt. Diese zeigte die Aufschrift “Abgepackt in Österreich” sowie ein rot-weiß-rotes Fähnchen. Je nach Verfügbarkeit sollen die Haferflocken aber auch aus Deutschland stammen. Aus diesem Grund dränge die Bauernvertretung schon seit längerem auf eine klar nachvollziehbare Kennzeichnung der Lebensmittelherkunft. Schmuckenschlager fordert: “Eine zentrale Maßnahme muss hier die Ausweitung des staatlich anerkannten AMA-Gütesiegels auf neue Produktgruppen sein, im konkreten Fall auf Getreide und Getreideprodukte.”

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