Der Kirschlorbeer stammt ursprünglich aus Südosteuropa und Kleinasien und wurde schon im 16. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. In Österreich ist die Art inzwischen vielerorts verwildert und breitet sich zunehmend in Wäldern und an Wiesenrändern aus.
Dort bildet sie dichte Bestände, die anderen Pflanzen Licht und Nährstoffe entziehen. Dadurch werden heimische Arten verdrängt, darunter auch typische Frühjahrsblüher wie Maiglöckchen oder Bärlauch.
Wenig Nutzen, zusätzlich giftig
Nach Angaben des Naturschutzbundes bietet der Kirschlorbeer auch für die Tierwelt nur geringen Mehrwert. Die Blüten seien für viele Bestäuber ungeeignet, die Beeren würden nur von wenigen Vogelarten gefressen. Auch als Lebensraum oder Nistplatz spiele die Pflanze kaum eine Rolle.
Zudem sind alle Pflanzenteile giftig. Das kann vor allem für Kleinkinder und Haustiere problematisch sein. Auch bei der Entsorgung ist Vorsicht nötig, da sich das Laub nur schwer zersetzt.
Forderung nach heimischen Alternativen
Der Naturschutzbund ruft gemeinsam mit „Gartenpolylog“ und dem „Forum Urbanes Gärtnern“ dazu auf, bestehende Kirschlorbeer-Hecken schrittweise durch heimische Gehölze zu ersetzen und auf Neupflanzungen zu verzichten.
Während der Verkauf in der Schweiz seit September 2024 verboten ist und auch in Deutschland darüber diskutiert wird, ist der Kirschlorbeer in Österreich weiterhin frei erhältlich. Die Organisationen sprechen sich daher für ein Verkaufsverbot auch in Österreich aus.
Kommentare