Schafe und ZiegenZiegeKörperkondition beurteilen: Wie geht es meinen Ziegen?

Körperkondition beurteilen: Wie geht es meinen Ziegen?

0:00 0:00
Darstellung der Körperkonditionsbeurteilung mit Variante O: links eine über konditionierte, mittig eine unterkonditionierte und rechts eine normal konditionierte Milchziege.
Quelle: Foto: L. Ulrich, Farminar Fokus Tierwohl
Beurteilt man die Körperkondition von Ziegen, lassen sich nicht optimal konditionierte Tiere schnell erkennen. Danach kann man sich auf die Suche nach der Ursache dafür machen und die Situation verbessern. In der Praxis sollte der Body Condition Score (BCS) nach Möglichkeit immer durch ein und dieselbe Person und mit demselben Schema durchgeführt werden.

Ursachen für Konditionsabweichungen bei Ziegen

Die Unterkonditionierung von Ziegen kann mehrere Gründe haben. Bei Milchziegen in der Frühlaktation ist der Grund häufig in der negativen Energiebilanz zu finden: Während über das Gemelk große Mengen an Energie abgegeben werden, hat das Verdauungssystem der Ziege noch nicht seine volle Leistungsfähigkeit erreicht. Aber auch Zahnfehlstellungen oder Zahnverletzungen können zu geringerer Futteraufnahme und damit zur Unterkonditionierung führen.

Es sollten deshalb regelmäßig, spätestens aber bei schlechter Kondition, die Zähne der Tiere kontrolliert werden. Daneben können auch Infektionen zu einer geringen Futteraufnahme führen, wie ein Magen-Darm-Infekt (erkennbar an kotverschmiertem Anogenitalbereich) oder ein Atemwegsinfekt (erkennbar an Nasen- oder Augenausfluss). Nicht zu vergessen ist auch ein möglicher Befall mit Parasiten. Folgen einer Unterkonditionierung können Leistungseinbußen und Fruchtbarkeitsprobleme sein.

Eine Überkonditionierung ist in der Regel fütterungsbedingt. Bei Milchziegen tritt diese häufiger in der Spätlaktation auf, da zu dem Zeitpunkt die Energieabgabe durch die Milch geringer wird, das Magensystem aber seine volle Leistungsfähigkeit erreicht hat und somit über das Futter mehr Energie aufgenommen als über die Milch abgegeben wird. Mehr zum Thema Fütterung und Tränke bei Ziegen

Variante 1 des Body Condition Score bei Ziegen

Variante 1 ist ein einfaches Schema, das lediglich zwischen Normal-, Über- und Unterkonditionierung unterscheidet (Score -1 / 0 / +1). Dies ermöglicht eine schnelle Einschätzung der Herde, da insbesondere stark abgemagerte und stark verfettete Tiere schnell erkannt werden können. Hierbei liegt der Fokus auf dem Hüfthöcker (H) und dem Sitzbeinhöcker (S).

Man betrachtet dabei, wie eine gezogene Linie von H nach S aussieht:

  • Verläuft die Linie konvex (nach außen gewölbt), wie bei der linken Ziege auf dem Foto, dann spricht dies für eine Überkonditionierung.
  • Verläuft die Linie gerade, wie bei der rechten Ziege auf dem Foto, dann spricht dies für eine normale Konditionierung.
  • Verläuft die Linie konkav (nach innen gewölbt), wie bei der mittleren Ziege auf dem Foto, spricht dies für eine Unterkonditionierung.
  • Zudem betrachtet man die Sichtbarkeit der Knochen. Deutlich sichtbare Knochenstrukturen, wie bei der mittleren Ziege, sind ein Zeichen für eine schlechte Kondition.

Tipps zur Gestaltung eines ziegengerechten Fressbereichs können helfen, die Kondition der Tiere über eine angepasste Fütterung zu stabilisieren.

 

Die Variante 2 für die Bewertung des Body Condition Scores bei Ziegen finden Sie in der November/Dezember-Ausgabe von Schafe & Ziegen aktuell! Hier Abo oder gratis Probeheft bestellen!

Was dieser Artikel noch bereit hält

  •  Abweichungen in der Kondition
  • Variante 1 des Body Condition Score

[/box]

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00