Die Arbeit draußen am Acker neigt sich für dieses Jahr wieder dem Ende entgegen. Gleichzeitig beginnt wieder die heiße Phase rund um den Mehrfachantrag. Wenn ich nur daran denke, womit ich mich die nächsten Wochen herumschlagen darf, stellt sich mir ein flaues Gefühl in der Magengrube ein. Die Vielzahl an Fördermaßnahmen und die damit verbundenen Regeln erschlagen mich. Und bei Beratungsterminen kommt es mir vor, dass nicht mal mehr die Kammermitarbeiter diesen Dschungel an Förderkonstrukten durchblicken.
Manchmal denke ich: Wie schön wäre es, einfach aus diesem Förderdschungel auszubrechen? Wenn ich aus diesen melancholischen Tagträumen erwache, blicke ich der harten Realität direkt ins Gesicht. Viele Betriebe sind von den Förderungen abhängig und können ohne die Subventionen gar nicht überleben. Gleichzeitig schlage ich die Zeitung auf und lese, dass ein Landwirt von einem 100 Euro Einkauf im Supermarkt nur vier Euro erhält. Und allein die derzeitige Preisschlacht um die billigste Butter lässt vermuten, dass der Anteil weiter schrumpfen wird.
Das macht mich wütend. Warum kann man Landwirte nicht einfach ordentlich für ihre Produkte bezahlen? Dann müssten die Landwirte sich nicht jedes Jahr wieder aufs Neue in einen Förderdschungel begeben. Allein dadurch ließe sich viel Bürokratie vermeiden. Und das würde wiederum den Geldbeutel der Verbraucher schonen.
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