Nach Recherchen von DeSmog und dem Guardian erhielt die regierende Familie Al Nahyan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten innerhalb von sechs Jahren insgesamt rund 71 Mio. Euro an EU-Agrarförderungen. Die Familie besitzt demnach rund 65.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche in Rumänien, Spanien und Italien. Die Fläche entspricht in etwa einer Größe von mehr als dem Wiener Stadtgebiet.
Die Förderungen stammen aus Mitteln der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Kritik daran kommt vom österreichischen Grünen-Europaabgeordneten Thomas Waitz, der die Zahlungen als problematisch bezeichnet.
Forderung nach Obergrenzen bei GAP-Zahlungen
Waitz verweist darauf, dass die Fördermittel ursprünglich zur Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe gedacht seien. Im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen zum EU-Budget für die Jahre 2028 bis 2035 werde auch die nächste Förderperiode der GAP neu verhandelt.
Der Abgeordnete fordert deshalb eine stärkere Begrenzung von Direktzahlungen. Nach seinen Angaben erhalten 99 % der europäischen Landwirte weniger als 100.000 Euro an Subventionen. Eine gerechtere Verteilung der Fördergelder sei nur mit klaren Obergrenzen möglich.
Kritik an bestehendem Fördersystem
Waitz kritisiert zudem, dass sehr vermögende Eigentümer und internationale Großinvestoren von den bestehenden Regeln profitieren können. Aus seiner Sicht müsse die Agrarpolitik stärker auf aktive bäuerliche Betriebe in Europa ausgerichtet werden.
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