Seilwindenprofi Wolfgang Hanousek zeigt Schritt für Schritt, wie man ein Kunststoffseil fachgerecht spleißt. Kunststoffseile bieten viele Vorteile, verlangen aber einen besonders sorgfältigen Umgang.
Kunststoffseil und Polyamid-Puck korrekt verbinden
Kunststoffseile sind leicht, leistungsfähig und angenehm zu handhaben. Gleichzeitig verlangen sie aber deutlich mehr Sorgfalt als Stahlseile, insbesondere bei der Herstellung von Seilendverbindungen. Wolfgang Hanousek, Experte für Seilwindentechnik an der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen, setzt dabei auf den Polyamid-Puck. Das Kunststoffseil wird dabei zuerst durch den Puck geführt und anschließend mittels Längsspleiß im Hohlseil gesichert.
Damit die Verbindung zuverlässig hält und nicht verrutschen kann, wird das Seil zweimal nachgestochen und erst danach vollständig in das Hohlseil eingezogen. Hanousek erklärt: „Beim späteren Zug blockiert das Seil im Puck selbstständig und bildet so eine sichere Seilendverbindung.“

Das brauchen Sie zum Spleißen
- Spleiß-Hohlnadel
- Rollmeter oder Maßband
- Markierstift
- scharfes Messer oder Cuttermesser
- gewachstes Nähgarn mit Nähnadel
- Kunststoffseil
- Seilend-Puck oder Endstück
Beim Seil spleißen sollte man auf eine ausreichend lange Spleißverbindung achten, damit die Verbindung später sicher hält. Zudem ist für Hanousek wichtig, das Seilende sauber und gleichmäßig auszudünnen, damit im Inneren des Hohlseils ein weicher, gleichmäßiger Übergang entsteht.
Mehr Hintergrund zur Seilendverbindung finden Sie hier: Seilwinde: Welche Endverbindung ist die Beste?
Spleißlänge bestimmen und Seil sicher durchstechen
Schritt 1: Spleißlänge bestimmen
Messen Sie die notwendige Spleißlänge ab. Als Faustregel gilt: Die Spleißlänge soll mindestens dem 100-fachen Seildurchmesser entsprechen. Bei einem 14-mm-Seil ergibt das eine Spleißlänge von 1,40 m. Diese Strecke markieren Sie mit einem Stift oder Klebeband am Seil.
Berücksichtigen Sie zusätzlich jene Länge, die das Seil später durch den Puck zurücklegt. Dafür rechnet unser Experte etwa 20 cm dazu. Eine ausreichend lange Spleißverbindung ist entscheidend für die Sicherheit. Zu kurze Spleiße können unter Belastung „aufrutschen“ oder reißen.
Schritt 2: Seil durchstechen
Was dieses Interview noch bereit hält:
- Schritt 2: Seil durchstechen
- Schritt 3: Zweiter Durchstich
- Schritt 4: Erste Öffnung herstellen
- Schritt 5: Seilende ausdünnen
- Schritt 6: Zweites Mal nachstechen
- Schritt 7: Spleiß glattstreichen
- Schritt 8: Spleiß vernähen
- So soll das Ergebnis aussehen
- Wichtige Hinweise zum Umgang mit einem Kunststoffseil



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