Die Monopolkommission hat ihr Sondergutachten zum Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette vorgelegt. Darin kommt die Kommission unter anderem zum Ergebnis, dass die Differenz zwischen Erzeugerpreisen und den Preisen im Supermarkt immer größer wird. Außerdem stellen die Autoren fest: „Insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel wird von vier großen Unternehmen dominiert, die ihren Einfluss immer mehr auf die Ebene der Lebensmittelherstellung ausweiten.“ Bei den Unternehmen handelt es sich um Edeka, Rewe, Schwarz (Lidl/Kaufland) und Aldi.
Die Folge: Die Landwirtschaft hat bei Preisverhandlungen meist keine Durchschlagskraft. Die inzwischen „besorgniserregende“ Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel und in Teilen der Nahrungsmittelindustrie hat dazu beigetragen, dass sich die Gewinnmargen in den zurückliegenden Jahren immer mehr hin zu den nachgelagerten Stufen in den Ketten verschoben haben. Zudem verstärkten die Händler durch die Ausdehnung auf die Herstellerebene ihre Verhandlungsposition gegenüber ihren Lieferanten. Bei manchen Produkten träten sie auch in direkte Verhandlungen mit der Landwirtschaft.
So reagiert der Handel auf das Monopolgutachten
Der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) bewerten „die sehr differenzierten Analysen der komplexen Wertschöpfungsketten positiv“. In Bezug auf die begleitende Kommunikation warfen die Branchenverbände der Kommission zugleich eine „Dramatisierung zu Lasten des Handels“ vor.
Zwar werde im Gutachten zutreffenderweise auf die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft hingewiesen, räumten die Verbände ein. Diese würden aber weitgehend nicht vom Handel beeinflusst, weil dieser grundsätzlich keine direkten Einkaufsbeziehungen mit Landwirten pflege. „Die maßgeblichen Einflüsse kommen vielmehr vom höchst volatilen Weltmarkt und als Folge staatlicher Subventionen“, erklärte HDE-Vizepräsident und BVLH-Präsident Björn Fromm.
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