LANDWIRT: Euer Betrieb ist vielseitig – Milchkühe, Zuchtsauen, Mastschweine, Ackerbau. Viele würden sagen: Zu viel auf einmal. Was treibt dich an, alles parallel zu führen?
Stefan Vogelsang: Zum einen ist der Betrieb über Generationen hinweg so gewachsen. Früher war es oft ein großer Vorteil, mehrere Standbeine zu haben – so konnten wir Krisen besser abfedern und manche Durststrecke überstehen. Zudem profitieren die Betriebszweige voneinander: Stroh für die Mastschweine ist ohnehin für die Kühe eingelagert, CCM hilft bei Saugferkeln mit Durchfall, Silomais sorgt bei den tragenden Sauen für Sättigung. Und im Winter wärmt es auch mal, eine Stunde im Schweinestall zu arbeiten. Natürlich bedeutet diese Vielfalt auch, sich in allen Bereichen ständig fortzubilden und sämtliche Gebäude in Schuss zu halten. Aber genau diese Vielseitigkeit macht mir Spaß. Für die Zukunft werden wir uns jedoch von der Sauenhaltung verabschieden und uns stärker spezialisieren – auf Milchviehhaltung und Schweinemast. Den enormen Investitionsbedarf, den die Sauenhaltung künftig haben wird, kann ich schlicht nicht mehr stemmen.
Was der Artikel noch bereithält:
- Automatisierung im Stall und Präzision am Feld
- „Bürokratie lähmt die gesamte Wirtschaft“
- Erklärvideos in den sozialen Medien: Motivation, Zuspruch und Einnahmequelle
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