Die Landwirtschaftskammer Salzburg rechnet für das Jahr 2025 statt mit einem positiven Ergebnis nun mit einem Defizit von rund einer Million Euro. Das berichtet ORF Salzburg. Der Schuldenstand der Kammer liegt demnach inzwischen bei mehr als zehn Millionen Euro. Der neue Kammeramtsdirektor Franz Wieser sieht die Ursachen dafür vor allem in der bisherigen Budgetplanung. Gegenüber ORF Salzburg erklärte Wieser, es entstehe der Eindruck, dass Ausgaben so kalkuliert worden seien, dass trotz absehbarer Probleme ein positiver Jahresabschluss dargestellt werden konnte.
Hohe Zusatzkosten bei Personal
Laut Wieser betreffen die finanziellen Abweichungen unter anderem Gehälter, Abfertigungen, Reisekosten sowie Rechts- und Beratungskosten. Diese Positionen würden sich zusammen auf mehr als 900.000 Euro belaufen. Ein erheblicher Aufwand entsteht derzeit auch durch den Rechtsstreit mit dem ehemaligen Kammeramtsdirektor Nikolas Lienbacher. Für Rechts- und Beratungsleistungen wurden laut Bericht rund 220.000 Euro rückgestellt.
Lienbacher, der gegen seine Entlassung aus dem Vorjahr gerichtlich vorgeht, weist die Vorwürfe zurück. Im Interview mit dem ORF erklärte er, über die finanzielle Situation der Kammer habe stets Transparenz bestanden. Mitarbeiter seien regelmäßig informiert worden. Er habe während seiner 27 Jahre als Kammeramtsdirektor „mit bestem Wissen und Gewissen“ gehandelt.
Opposition fordert Aufklärung
Die finanzielle Lage der Landwirtschaftskammer sorgt inzwischen auch politisch für Diskussionen. Laut Bericht fordert die Opposition eine umfassende Aufklärung über die Verantwortung für die Budgetprobleme sowie die Rolle der Landesregierung.
Einsparungen und Reformen geplant
Zur Stabilisierung der finanziellen Situation sollen in den kommenden Jahren vor allem die Personalkosten reduziert werden. Dennoch rechnet die Kammer auch heuer mit einer zusätzlichen Verschuldung von rund 500.000 Euro. Kammeramtsdirektor Wieser kündigte zudem eine grundlegende Reform der Führungs- und Steuerungsstrukturen an. Die entsprechenden Vorschläge sollen der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer vorgelegt werden.

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