Nach den tödlichen Vorfällen mit Weidevieh in Osttirol zeigt sich die Landwirtschaftskammer Tirol betroffen. LK-Präsident Josef Hechenberger sprach den Angehörigen der Verstorbenen sowie den Verletzten sein Mitgefühl aus. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Alm- und Weidesaison mit diesen Ereignissen einen besonders tragischen Beginn genommen habe. Die Landwirtschaftskammer wolle daher erneut verstärkt über den sicheren Umgang mit Weidevieh informieren. Laut Hechenberger erfolgt dazu ein regelmäßiger Austausch mit Tourismus, Behörden und weiteren Partnern. Neu angeboten wird ein Webinar für Vermieter, das gemeinsam mit dem Verein der Tiroler Tourismusverbände durchgeführt wird. Ziel ist es, Gäste verstärkt über Verhaltensregeln auf Almen zu informieren.
Abstand zu Weidevieh besonders wichtig
Landesveterinärdirektor Matthias Vill betont, dass Weidevieh grundsätzlich mit Respekt und ausreichendem Abstand begegnet werden sollte. Besondere Vorsicht sei erforderlich, wenn Hunde mitgeführt werden.
Die bestehenden Verhaltensregeln wurden gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft und den Partnern der Initiative „Bergwelt Tirol“ erarbeitet. Laut Vill seien Rinder zwar grundsätzlich friedfertig, könnten jedoch aufgrund ihrer Größe und ihres Verhaltens auch zur Gefahr werden. Vor allem Mutterkühe reagierten empfindlich, wenn sie ihre Kälber bedroht sehen.
Gemeinsame Nutzung von Almen
Hechenberger verweist darauf, dass Tirols Almen sowohl Wirtschaftsraum für landwirtschaftliche Betriebe als auch Erholungsraum für Freizeitnutzer sind. Eine vollständige Trennung von Wanderwegen und Weideflächen sei in vielen Regionen nicht möglich. Deshalb sei es wichtig, das Bewusstsein für richtiges Verhalten auf Almen weiter zu stärken.
Verhaltensregeln für Begegnungen mit Weidevieh
- Abstand zu Weidevieh halten und Tiere nicht füttern
- Ruhig verhalten und Tiere nicht erschrecken
- Begegnungen zwischen Mutterkühen und Hunden vermeiden
- Hunde kurz anleinen und im Ernstfall ableinen
- Wanderwege nicht verlassen
- Weidevieh mit möglichst großem Abstand umgehen
- Bei Annäherung von Tieren ruhig bleiben und ausweichen
- Bei Unruhe der Tiere die Weidefläche verlassen
- Zäune und Tore beachten
- Natur, Tiere und arbeitende Menschen respektieren
Zahlen zur Almwirtschaft in Tirol
In Tirol gibt es laut Landwirtschaftskammer:
- 2.082 Almen
- 8.871 Betriebe mit Almauftrieb
- 108.031 Rinder, darunter 31.800 Milchkühe
- 61.447 Schafe
- 7.047 Ziegen
- 3.468 Pferde
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