Ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich mit rund zwei Personen gibt monatlich 4.170 Euro aus. Davon entfallen 484 Euro auf Lebensmitteleinkäufe. Mit einem Anteil von 11,6 Prozent liegen die Ausgaben für Ernährung deutlich hinter Wohnen und Energie (26,4 Prozent) sowie Verkehr (13,6 Prozent). Auch Freizeit, Sport und Kultur (11,4 Prozent) bewegen sich auf ähnlichem Niveau.
Im europäischen Vergleich zählt Österreich zu jenen Ländern mit einem besonders niedrigen Anteil an Lebensmittelausgaben gemessen an den Gesamtausgaben. Laut Daten von Eurostat lag Österreich 2022 auf Platz vier der Länder mit den geringsten Anteilen für Lebensmitteleinkäufe.
Lebensmittel im Müll
Gleichzeitig zeigt sich ein widersprüchliches Bild: Über das Jahr verteilt werfen Haushalte Lebensmittel im Wert von rund zwei Monatseinkäufen weg. Während steigende Wohn- und Energiekosten die Haushaltsbudgets stark belasten, bleiben Lebensmittel im Verhältnis leistbar – was ihren tatsächlichen Wert im Alltag in den Hintergrund treten lässt.
Auch gesundheitlich hat das Konsumverhalten Folgen. Pro Kopf werden jährlich rund eineinhalb Tonnen Lebensmittel und Getränke konsumiert. Dennoch liegt Österreich bei den gesunden Lebensjahren im europäischen Vergleich im unteren Drittel, obwohl die Gesundheitsausgaben pro Kopf zu den höchsten zählen. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig oder adipös, wodurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes steigt.
Kaufentscheidungen bewusst treffen
Der Verein Land schafft Leben betont die Hebelwirkung bewusster Kaufentscheidungen. Nachfrage steuere Angebot – was gekauft werde, werde nachproduziert. Ernährung beeinflusse nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch Produktionsbedingungen, Umwelt und die Zukunft der heimischen Lebensmittelversorgung.
Für die aktuelle Konsumerhebung dokumentierten rund 6.700 zufällig ausgewählte Haushalte zwischen April 2024 und Mai 2025 ihre Ausgaben über einen Zeitraum von 14 Tagen. Ergänzende Befragungen rundeten die Datenerhebung ab.
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