AgrarpolitikLebensmittel-Vorrat: Österreich laut Studie versorgt

Lebensmittel-Vorrat: Österreich laut Studie versorgt

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Studienautorin Dr.in Angelika Tisch: „In Österreich werden in privatwirtschaftlichen Unternehmen ganzjährig erhebliche Mengen an Getreide und anderen Lebensmitteln gelagert, die eine Versorgung der Bevölkerung auch in Krisenzeiten sicherstellen können.
Quelle: BMLUK-Hemerka

Das Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz (LMBG) bildet seit 1997 die Grundlage für staatliche Lenkungsmaßnahmen, wenn marktwirtschaftliche Mechanismen im Krisenfall – etwa bei Blackouts – nicht ausreichen. Eine zentrale Neuerung der im April 2026 beschlossenen Novelle ist die Möglichkeit zur strategischen Vorratshaltung, die bislang in Österreich nicht vorgesehen war. Zur wissenschaftlichen Bewertung wurde im Oktober 2023 das KIRAS-Sicherheitsforschungsprojekt „Nationale Reserve zur Sicherstellung der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung in Krisen einschließlich Logistikkonzept“ gestartet. Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Österreich grundsätzlich gut auf Krisensituationen vorbereitet ist. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betont, dass die Studie eine fundierte Basis für die Weiterentwicklung der strategischen Vorratshaltung liefert. Die Versorgung sei im Krisenfall vor allem durch bäuerliche Familienbetriebe gesichert. Aufgrund ausreichender Lagerbestände sei derzeit kein zusätzlicher staatlicher Vorratsaufbau notwendig. Dennoch soll ein eigener Fachausschuss eingerichtet werden, um künftige Risiken und Maßnahmen vertieft zu analysieren.

Krisenszenarien: Stärken und Risiken im Überblick

Die Studie analysierte vier konkrete Krisenszenarien: einen 72-Stunden-Blackout, einen Mangel an fossilen Energieträgern, den Ausfall ausländischer Arbeitskräfte sowie eine zweijährige Dürre. Die Ergebnisse zeigen, dass Versorgungsengpässe in den meisten Fällen durch bestehende Lagerbestände entlang der Lieferketten abgefedert werden können. Besonders Vorräte an Getreide und Zucker tragen zur Stabilität bei. Auch bei einer schweren Dürre reicht die Versorgung im ersten Jahr aus. Kritisch wird die Lage jedoch bei einem zweiten aufeinanderfolgenden Dürrejahr. Daher empfehlen die Projektpartner, weniger auf zusätzliche staatliche Lagerhaltung zu setzen, sondern stärker die Resilienz der Landwirtschaft auszubauen. Studienautorin Dr.in Angelika Tisch hebt hervor, dass bereits heute erhebliche Mengen an Lebensmitteln in privatwirtschaftlichen Betrieben gelagert werden. Statt staatlicher Reserven sei eine intensivere Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie ein verbessertes Monitoring zielführender.

Internationale Modelle und Bedeutung der Eigenvorsorge

Ein Blick ins Ausland zeigt unterschiedliche Modelle der Vorratshaltung – von privatwirtschaftlichen Lösungen bis hin zu vollständig staatlich organisierten Systemen. Neben Lebensmitteln könnten künftig auch weitere Güter aus dem Warenkatalog des LMBG in strategische Überlegungen einbezogen werden. Gleichzeitig wird die Eigenvorsorge der Bevölkerung als zentraler Faktor betont. Der Österreichische Zivilschutzverband stellt hierzu umfassende Informationen bereit. Das LMBG allein könne keine vollständige Versorgungssicherheit garantieren. Ein individuell angepasster Lebensmittelvorrat sowie Bargeldreserven sollten daher zur Grundausstattung jedes Haushalts gehören, um im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben.

Das KIRAS-Projekt „Nationale Reserve“

Das KIRAS-Projekt lief über 28 Monate und wurde im Jänner 2026 abgeschlossen. Unter der Leitung von Dr.in Angelika Tisch analysierte das Forschungsteam die erforderlichen Warenmengen, die Logistik sowie die Kosten für verschiedene Krisenszenarien.

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