MarktLebensmittelhersteller idealisieren die Verbraucher

Lebensmittelhersteller idealisieren die Verbraucher

Thomas Schwabl von Marketagent, Foto: A. Burgstaller

Nachhaltigkeitskriterien spielen im Marketing der Lebensmittelhersteller eine immer größere Rolle. Der Handel beruft sich dabei auf seine Verkaufszahlen und auf seine Einschätzung, was dem Verbraucher in Zukunft wichtig sein wird. Eine Befragung bei 1.002 österreichischen Konsumenten brachte teils verblüffende Ergebnisse.

Die Konsumenten, die gerade zwischen 14 und 69 Jahre alt sind, glauben, dass sie künftig mehr auf das Recycling beim Einkaufen achten werden. Der Wunsch nach Verpackungsfreiheit ist gleich stark ausgeprägt. Nur wenig schwächer wird in Zukunft über Null-Emissionen von Produkten diskutiert werden. An vierter Stelle der kommenden Trends reihten die Befragten das soziale Engagement der Hersteller.  Was die Gegenwart betrifft, klafft die Selbsteinschätzung der Verbraucher und wie die Industrie glaubt, dass die Verbraucher denken, relativ weit auseinander. Zuerst der Preis, dann Qualität und drittens Tierwohl sind den Verbrauchern sehr wichtig.  Regionalität  und Bio sind den Verbrauchern aber weit weniger wichtig als die Hersteller glauben.

Die Verbraucher wurden gebeten, anzugeben, wie viel mehr Geld sie bereit wären für nachhaltige Produkte auszugeben. Das Ergebnis war, dass ein Mehrpreis von 10% durchaus akzeptiert wird. Besonders locker sitzt das Geld bei den ganz jungen, weiblichen Käufern. Je älter die Käufer sind, umso knausriger verhalten sie sich vor dem Regal. Am ehesten sind die Verbraucher bereit, für Tierwohl mehr zu bezahlen. Der Verzicht auf fragwürdige Produktionsweisen und ein schonender Umgang mit der Umwelt wird von den Verbrauchern preislich honoriert.

Informationen über diese Themen sind dann am wirksamsten, wenn sie auf der Verpackung einfach und kompakt in 3- 4 Argumenten zusammen gefasst sind. Ob die Produkte halten, was sie versprechen, wird am ehesten der Herstellermarken zugetraut, weniger den Handelsmarken, ergab die von Marketagent-Chef Schwabl vorgestellte Studie.

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