In weiten Teilen Oberösterreichs lagen die Niederschlagsmengen in den Monaten März und April deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Laut GeoSphere Austria zählt der April 2026 zu den trockensten seit Beginn der Messungen. Zusätzlich fehlte bereits in mehreren Monaten zuvor der notwendige Niederschlag, wodurch sich die Wasserdefizite im Boden weiter verschärft haben.
Flächen leiden massiv
Vor allem das Grünland leidet massiv unter der anhaltenden Trockenheit. Daten aus der Praxis und aktuelle Ertragsauswertungen zeigen bereits Verluste beim ersten Schnitt von 40 bis 50 Prozent. Selbst spätere Niederschläge werden diese Ausfälle nur mehr teilweise kompensieren können. Auch bei zahlreichen Ackerkulturen macht sich die fehlende Bodenfeuchtigkeit bemerkbar. Jungpflanzen entwickeln sich nur eingeschränkt, während sich Trocken- und Hitzestress mit steigenden Temperaturen zusätzlich verstärken.
Praxisnahe Maßnahmen notwendig
Aus Sicht der Landwirtschaftskammer Oberösterreich braucht es nun rasche Unterstützung und mehr Flexibilität für die Betriebe. Besonders wichtig sind kurzfristige Erleichterungen bei den Bewirtschaftungsvorgaben für Biodiversitätsflächen, damit zusätzliche Futterflächen genutzt werden können. Die LK OÖ fordert daher konkret unter anderem:
- eine frühere Nutzung von Biodiversitätsflächen im Grünland,
- flexiblere Regelungen bei Acker-Biodiversitätsflächen,
- zusätzliche Entlastungen bei Betriebsmittelkosten.
Zusätzlich wird die Landwirtschaftskammer Beratungsschwerpunkte setzen, um vorhandene Futterpotenziale bestmöglich zu nutzen. Dabei geht es etwa darum, den Zwischenfruchtanbau nach der Räumung erster Getreideflächen gezielt für die Futterproduktion einzusetzen oder auf Gemischtbetrieben zu prüfen, ob Getreidebestände gegebenenfalls als Ganzpflanzensilage (GPS) genutzt werden können.
Quelle: LK OÖ

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