„Als wir 1982 die ersten Milchziegen auf den Hof holten, waren Ziegen gar nicht populär. Weil aber die Ziegenmilch gefragt war, in Bischofshofen eine Molkerei Ziegenmilch abnahm und Ziegen eigentlich gut auf unseren extremen Bergbauernbetrieb passten, entschieden wir uns dafür“, erzählt Hans Rohrmoser. So begann die Geschichte der Ziegen auf der Loosbühel-Alm, die seit etwa 200 Jahren im Besitz der Familie Rohrmoser ist. Bis zum Jahr 1999 wurden neben den Milchkühen etwa 150 Milchziegen gehalten. Als der Milchpreis schlechter wurde, machte Hans einen Käsekurs, reduziert die Zahl der Milchziegen und sattelte auf die Direktvermarktung von Käse um. Die Konsumenten fanden die Rohrmosers in den zahlreichen Touristen, die sommers wie winters ins Großarltal strömen.
Neue Hütte abgebrannt
„Auf unserer Alm stand die erste Schihütte von Großarl, hier hat in den 1920er-Jahren der Schitourismus begonnen. In den 1930er-Jahren konnten 20 Leute in der Hütte übernachten. Meist waren es deutsche Ärzte und Ingenieure, die hier Urlaub gemacht haben. Die durchschnittliche Urlaubszeit war damals vier bis fünf Wochen“, berichtet Hans. So konnte seit 100 Jahren der Kundenstamm der Loosbühel-Alm aufgebaut werden. Von Rückschlägen ließ sich die Familie nicht beirren: 2006 wurde eine neue Almhütte fertiggestellt, die 2010 abbrannte. „Der Brand war am 15. Oktober. Am 13. Mai darauf haben wir die neu aufgebaute Hütte wieder aufgesperrt“, berichtet Hans in seiner ruhigen Art. Um den mittlerweile ganzjährig geöffneten „Berggasthof“, indem auch alle Almkühe und -ziegen gemolken werden, wächst keine einzigen Bäumchen. „Ziegen sind für eine Alm extrem wichtig. Sie beseitigen alle Bäumchen und Büsche, düngen und verbessern den Boden und die Weide für die Rinder“, ist Brigitte überzeugt. Aber auch die Bedeutung von Ziegenprodukten für die Gesundheit ist für das Paar unbestritten.
Ganze Familie involviert
Aus der Milch der Kühe und Ziegen stellt Hans bis zu zehn Käsesorten her, die in der Hütte in Form von Käsejausen aber auch in den Kaspressknödeln und Kasnocken zu finden sind. Auch Spezialitäten wie Milchkitzbraten, Grill am heißen Tartarenhut und der Kitzburger sind bei den Gästen sehr beliebt. „Wir haben eine nicht allzu große Speiskarte aber immer Tagesgerichte, weil wir jeden Teil vom Tier verarbeiten. Es ist mittlerweile nicht mehr einfach, Köche zu bekommen, die mit jedem Teil umgehen können“, erzählt Brigitte. „Es ist uns wichtig, dass wir alles selbst produzieren und vollkommen ohne Geschmacksverstärker und Farbstoffe arbeiten“, ergänzt ihr Mann Hans. Mittlerweile führt ihre Tochter Elisabeth Heigl mit ihrem Mann Alois und den beiden Töchtern Alisa und Sarah den Almbetrieb und den Berggasthof auf 1.769 m Seehöhe. Sohn Hans-Peter ist angelernter Metzger und macht die Würste und der jüngste Sohn Thomas wird voraussichtlich den Stammbauernhof Klausbauer übernehmen.
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