Kürzlich veröffentlichte das Landwirtschaftskomitee der Europäischen Union eine Studie zur Altersstruktur von Landwirten. Das Ergebnis ist ernüchternd: Im EU-Schnitt waren 2023 nur 11 % der Betriebsleiter jünger als 40 Jahre. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 16 %, Österreich nimmt er mit 25 % eine Spitzenposition ein. Trotzdem zeigt sich klar: Der Beruf Landwirt altert. Immer weniger potenzielle Hofübernehmer aus der eigenen Familie sind bereit, diesen Schritt tatsächlich zu gehen. Dass hier ein ernstes Problem vorliegt, ist nun auch auf EU-Ebene angekommen. Die Autoren der anfangs genannten Studie schlagen unter anderem vor, die Anreize für eine Hofübernahme zu erhöhen – etwa durch eine Verdoppelung der Junglandwirteprämie. Das mag ein willkommener Bonus sein, greift aber zu kurz. Junge Menschen entscheiden sich nicht wegen einer Prämie für den Hof – sondern bewusst dagegen: fehlende Perspektiven, mangelnde gesellschaftliche Anerkennung und unsichere Einkommensverhältnisse sind einige der Gründe. Daran wird auch eine höhere Junglandwirteprämie wenig ändern. Was es braucht, ist ein klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie wäre ein Vorschlag, der tatsächlich Gewicht hätte. Auch abgesicherte Erzeugerpreise, die weniger von globalen Krisen abhängig sind, wären stärkere Signale. Glaubwürdiger jedenfalls als der oft bemühte Slogan über leere Teller ohne heimische Landwirtschaft.
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