Zur Person: Maria Noichl
Maria Noichl ist seit 2022 die Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege. Seit 2014 sitzt sie für die SPD als Mitglied im Europaparlament. Seitdem ist sie ununterbrochen ein Vollmitglied im Landwirtschaftsausschuss. Zuvor war sie von 2008 bis 2013 Abgeordnete im bayerischen Landtag. Noichl ist ausgebildete Fachlehrerin für Ernährung und Gestaltung. Die bayerische Politikerin ist staatlich geprüfte Meisterin für Hauswirtschaft.
Simon Friedrich KLATT: Das Verhältnis zwischen der Landwirtschaft, Teilen der Politik und verschiedenen Umweltverbänden scheint aktuell besonders angespannt. Sehen Sie den DVL in besonderer Weise gefordert?
Maria NOICHL: Es existieren Befürchtungen verschiedener Seiten, die ernst zu nehmen sind und mit denen konstruktiv umgegangen werden muss. Allerdings drängt sich schnell der Eindruck auf, es gäbe kaum Verständigungsmöglichkeiten. Mittlerweile scheint es leider dazuzugehören, eine Differenz zur jeweils anderen Seite aufzubauen. Mit dem vermeintlichen Ziel, die eigene Gruppe zu stärken, setzt man sich massiv von den anderen Seiten ab. Das gilt zumindest für die Funktionärsebene. Der DVL ist eine Brücke, die von allen genutzt werden kann und sollte.
Wie sieht es vor Ort aus?
Sehr viel besser. Die Landschaftspflegeverbände vor Ort arbeiten in der Drittelparität aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen am gleichen Tisch auf Augenhöhe zusammen. Es gibt fantastische Modelle, die von Wertschätzung und Fachwissen geprägt sind und zu guten Ergebnissen kommen. Sehr viel mehr wird nach der fachlich sinnvollen Umsetzbarkeit für die Landwirtschaft und den Naturschutz gleichermaßen geschaut. Das ist die große Stärke der Landschaftspflege.
Mit der Gemeinwohlprämie wollen Sie gesellschaftlich gewünschte Leistungen der Landwirtschaft im Umweltschutz über eine Punktebewertung finanziell entlohnen. Warum hat sich das Programm in der Agrarpolitik noch nicht durchgesetzt?
Was dieser Artikel noch bereit hält:
- Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz
- Landschaftspflege vor Ort und Drittelparität
- Gemeinwohlprämie als Entlohnung für Umweltleistungen
- Direktzahlungen, GAP und Agrarbudget im Fokus
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