„Marktgärtnerei könnte die Welt nicht ernähren, sie kann es!“ Davon ist Wolfgang Palme, Leiter der Abteilung für Gemüsebau an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Schönbrunn überzeugt. Der Fachmann für Gemüsebau nennt einige Argumente, die für die Bedeutung des sogenannten Mikrofarmings sprechen:
- Weltweit bewirtschaften 83 % der landwirtschaftlichen Betriebe weniger als 2 ha Land.
- 97 % der Höfe weltweit bewirtschaften weniger als 10 ha.
- Kleinbauern produzieren weltweit den größten Teil aller Lebensmittel: 70 % der Weltbevölkerung werden von kleinbäuerlichen Betrieben ernährt (Asien und Afrika: rund 80 %), 30 % von industriellen Lebensmittelketten.
- Kleinbauern bewirtschaften etwa 60 % der weltweiten Ackerflächen; das sind häufig schlechte, nicht bewässerte Böden (laut Weltagrarbericht 2008).

Palme ist nicht nur Experte für Wintergemüse, sondern kennt sich auch mit den Prinzipien der Marktgärtnerei aus. Er meint: „Das Potenzial des kleinstrukturierten Gemüsebaus ist enorm. Insbesondere in Regionen, wo der Gemüsebau bisher untypisch ist – beispielsweise im Westen Österreichs, der stark von der Rinderhaltung geprägt ist –, kann dieser Betriebszweig ein spannendes Standbein bieten und ein Wirtschaften im Vollerwerb ermöglichen.“ Anhand seines Wissens geben wir Ihnen einen Einblick in den Gemüsebau auf kleiner Fläche.
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1. Kleine Strukturen
Bei der Marktgärtnerei geht es um ressourcenschonenden Gemüseanbau auf kleiner Fläche zur regionalen Versorgung der Bevölkerung. Die bewirtschaftete Fläche von Marktgärtnereien (englisch: market gardens) reicht in der Regel von 0,5 bis 3 ha. Sie ist in Beete unterteilt. Diese sind kompakt angelegt, um Arbeitswege zu minimieren und Leerzeiten zu vermeiden. Produziert wird vor allem Frischgemüse, das meist ohne lange Lieferwege direkt von den Betrieben an Kunden in der Umgebung verkauft wird.
Was der Artikel noch bereithält:
- Das biologische Potenzial voll ausschöpfen
- Saisonale Vielfalt vom Feld direkt zum Endkunden
- Geringer Investitionsbedarf für „gut durchschlafene Nächte“
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