ForstMechanisierte Wertastung mit Astungskopf

Mechanisierte Wertastung mit Astungskopf

Quelle: ZvG

Jeder Ast hinterlässt im Stammholz seine Spuren. Für die einen ist es speziell schön, wenn ein Ast das Täfer ziert. Andere betrachten Holz ohne Äste als besonders hochwertig und wertvoll. Daher stammt wohl auch der Begriff „Wertastung“ (in Deutschland und der Schweiz auch „Wertästung“). Bei der Wertastung werden Äste in einem bestimmten Bereich am Stamm von Hand entfernt. Diese Arbeit verursacht zwar Kosten, kann sich aber durchaus lohnen. In der Schweiz ist die Wertastung derzeit weniger verbreitet als in Deutschland. Im nördlichsten Teil der Schweiz, im Forstrevier Bargen, angrenzend an Süddeutschland, nimmt man bereits seit rund 20 Jahren mit einer speziellen Leitertechnik eine ergonomisch vertretbare Wertastung vor.

Totasthalter und Totastverlierer

Wertastung macht aber nicht in jedem Wald und bei jedem Baum Sinn. Zudem sind die meisten Laubbaumarten sogenannte Totastverlierer. Mit anderen Worte: Bei diesen Bäumen sterben die Äste am Stamm durch die Konkurrenz zwischen Nachbarbäumen von unten her laufend ab und fallen auch ab. Im Gegensatz dazu gehören die einheimischen Nadelbäume (und die Kirschen) zu den Totasthaltern. Die Äste sterben zwar auch von unten her ab, bleiben aber noch lange am Baum. Wenn mit diesen Bäumen astfreies Qualitätsholz erzeugt werden soll, ist eine zeitgerechte Astentfernung unerlässlich. Je nach Technik erfolgt dies in zwei Etappen. Zuerst werden bis auf etwa fünf Meter, später bis in eine Höhe von etwa zehn Metern die Äste entfernt. Maßgebend ist das Baumhöhenwachstum, denn die verbleibende Krone darf nicht gestört werden und muss weiterhin eine gute Vitalität aufweisen. Benannt nach dem Erfinder Ulrich Distel, der vor bald 30 Jahren eine spezielle Leitertechnik für die Samenernte entwickelte, ist dieses Verfahren heute unter dem Begriff Distelleiter allgemein bekannt. Für die erste Etappe werden mit der Distelleiter durchschnittlich 15 Minuten benötig. Die zweite Etappe bis rund zehn Meter beansprucht 20 Minuten. Geschieht die Wertentastung in einem Durchgang bis zehn Meter, sind 25 Minuten erforderlich. Das Verfahren ist für den Stamm sehr schonend, Rindenschäden treten kaum auf. Pro Stunde werden zwei bis maximal vier Bäume auf diese Weise entastet.

Was der Artikel noch bereithält:

  • Mechanisierte Wertastung
  • Advalingo Patas im praktischen Einsatz
  • Ergonomie und Leistungsgrenze beim Wertasten mit Patas
  • Mehr Bilder
  • u.v.m.

Kommentare