AgrarpolitikMercosur-Abkommen offiziell unterzeichnet

Mercosur-Abkommen offiziell unterzeichnet

Das Mercosur-Abkommen wurde in Paraguay unterzeichnet. Das EU-Parlament muss das Abkommen noch ratifizieren. Dafür reicht eine einfache Mehrheit, eine Abstimmung wäre eigentlich für die erste Jahreshälfte geplant.
Quelle: European Union, 2026

Vertreter der Europäischen Union und der südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay haben am 17. Jänner in Paraguay das Freihandelsabkommen zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken unterzeichnet.

Zustimmung mit Vorbehalten im Mercosur

In den Mercosur-Staaten begrüßt der landwirtschaftliche Berufsstand mehrheitlich die nun anstehende Umsetzung des Abkommens. Die Erwartungen richten sich vor allem auf wachsende Agrarexporte in die EU und einen Modernisierungsschub, der die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken soll. Der Verband der ländlichen Vereinigungen im Mercosur und weiteren südamerikanischen Staaten (F.A.R.M.), dem unter anderem der brasilianische Bauernverband CNA und die argentinische Vereinigung SRA angehören, sieht im Abkommen einen wichtigen Impuls für die regionale Landwirtschaft und eine Stärkung der Position des Mercosur auf dem Weltmarkt.

Getrübt wird die Zustimmung in Südamerika durch die im Abkommen vorgesehenen zusätzlichen Schutzmaßnahmen für die europäische Landwirtschaft. F.A.R.M. warnt, dass die Agrarschutzklausel den effektiven Marktzugang für Mercosur-Produkte einschränken und damit ein Ungleichgewicht im Abkommen schaffen könnte.

Kritik aus einzelnen Sektoren

Auch der frühere brasilianische Landwirtschaftsminister Roberto Rodrigues, einst Sonderbotschafter für Genossenschaften bei der FAO, räumte ein, dass die Vorteile des Abkommens für die Mercosur-Landwirtschaft durch die Schutzklausel begrenzt seien. Langfristig könnten die Betriebe jedoch profitieren, sobald die Zölle wie vereinbart zurückgefahren würden. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Proteste europäischer Landwirte: Diese könnten nicht dauerhaft und angemessen mit den Produzenten aus dem Mercosur konkurrieren, sagte Rodrigues in brasilianischen Medien.

Deutlich kritischer äußerte sich der Verband der Sojaerzeuger von Mato Grosso (Aprosoja-MT). Er befürchtet eine Wiederholung der „Fehler des Sojamoratoriums“ und sieht in der EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) neue Handelshemmnisse. Im Milchsektor wiederum gibt es Sorgen vor wachsender Konkurrenz durch zusätzliche Importe aus der EU. Das nationale Milchinstitut von Uruguay verweist zudem auf den im Abkommen vorgesehenen Schutz zahlreicher geografischer Herkunftsbezeichnungen der Europäischen Union. AgE, red

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