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MF 7S rückt näher an den 8S
Neuer Motor, mehr Radstand und eine geräumigere Kabine: Massey Ferguson erweitert sein Angebot mit dem MF 7S Mark 2 um sechs Modelle von 170 bis 245 PS. Bei einer ersten Fahrprobe stand das Spitzenmodell MF 7S.245 im Mittelpunkt.
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Mit dem MF 7S Mark 2 schließt Massey Ferguson die Lücke zwischen der bisherigen 7S-Reihe und dem größeren MF 8S Xtra. Die neue Baureihe ergänzt das bestehende Programm und umfasst sechs Modelle. Ihre Typenbezeichnungen reichen von 7S.170 bis 7S.245 und nennen jeweils die maximale Motorleistung. Roman Engeler konnte das Spitzenmodell bereits Probe fahren.
Der Zusatz Mark 2 kennzeichnet eine neue Generation. Die Änderungen reichen weit: Unter der neu gestalteten Motorhaube arbeitet ein größerer Motor, der Radstand wächst und die Kabine stammt von den großen MF-Baureihen. Dazu kommen neue Terminals und zusätzliche Ausstattungsoptionen.
Mehr Hubraum ohne Boost
Alle Modelle erhalten den Agco Power Core75. Der Sechszylinder hat 7,5 l Hubraum statt bisher 6,6 l und einen einzelnen Turbolader. Die Abgasstufe V erfüllt er ohne Abgasrückführung.

Im MF 7S.245 stehen maximal 245 PS bei 1.900 U/min zur Verfügung. Das höchste Drehmoment beträgt 1.184 Nm bei 1.500 U/min. Einen zusätzlichen Leistungsboost gibt es nicht. Die Maximalleistung ist somit nicht an bestimmte Einsatzbedingungen gebunden.
Motor und Getriebe stimmen Drehzahl und Leistungsbedarf laufend aufeinander ab. Dabei berücksichtigen sie neben dem Fahrantrieb auch Verbraucher wie Hydraulik und Klimaanlage. Das hohe Drehmoment schafft die Grundlage für Arbeiten mit niedriger Motordrehzahl. Die vom Hersteller genannten Verbrauchsvorteile lassen sich aus einer kurzen Fahrprobe allerdings nicht beurteilen.
Eine obenliegende Nockenwelle mit hydraulischem Ventilspielausgleich reduziert den Wartungsaufwand. Schräg verzahnte Steuerräder sollen die Motorgeräusche verringern. Das Motorölvolumen beträgt 24 l, das Wartungsintervall 600 Stunden.
Der Dieseltank fasst 410 l und damit laut Hersteller 25 % mehr als beim bisherigen 7S. Hinzu kommen 56,5 l AdBlue. Der Motor ist für hydriertes Pflanzenöl (HVO) freigegeben. Ein Umkehrlüfter ist optional erhältlich.

Stufenlos in allen Modellen
Das bekannte stufenlose Dyna-VT-Getriebe ML180 mit zwei Fahrbereichen gehört bei allen Modellen zur Serienausstattung. Neu ist die serienmäßige ParkLock-Parksperre.
Je nach Markt werden Ausführungen mit 40, 50 oder bis zu 57 km/h angeboten. Bei 50 km/h läuft der Motor laut Herstellerangabe mit rund 1.600 U/min. Die Heckzapfwelle bietet die vier Drehzahlen 540, 540E, 1.000 und 1.000E.
Längerer Radstand und neue Federung
Der MF 7S Mark 2 ist in Halbrahmenbauweise ausgeführt. Sein Radstand beträgt 2,95 m, also 7 cm mehr als beim bisherigen 7S und 10 cm weniger als beim 8S. Massey Ferguson will damit Fahrstabilität und Wendigkeit verbinden. Bei schweren Heckanbaugeräten verbessert der längere Radstand zudem die Voraussetzungen für die Gewichtsverteilung. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt bei allen Modellen 14 t.

Überarbeitet wurde die Federung der Dana-750-Vorderachse. Zwei seitliche Hydraulikzylinder liegen nun hinter der Achse und damit näher an der Fahrzeugmitte. Der Federweg beträgt 140 mm. Die Anordnung soll das Ansprechverhalten verbessern und weniger Fahrzeugbewegungen an die Kabine weitergeben.
Gemeinsam mit BKT entwickelte Massey Ferguson neue Hinterreifen mit rund 2 m Außendurchmesser. Angeboten werden VF 650/70 R42 und VF 710/60 R44, kombiniert mit VF 600/65 R30 vorne. Das größere Luftvolumen soll hohe Radlasten bei niedrigem Reifeninnendruck ermöglichen.
Für Reifendruckregelanlagen gibt es einen optionalen Zweikolbenkompressor. Er liefert laut Hersteller bis zu 800 l/min bei 2.100 U/min, der Standardkompressor bis zu 310 l/min.
Hydraulik nach Bedarf
Bei der geschlossenen Load-Sensing-Hydraulik stehen Pumpen mit 110, 150 oder 190 l/min zur Wahl. Getriebe und Arbeitshydraulik haben getrennte Ölkreisläufe. Bis zu 96 l Öl können nach außen abgegeben werden. Die maximale Heckhubkraft beträgt laut Hersteller 9,6 t.

Die Ausstattungslinien Efficient und Exclusive unterscheiden sich unter anderem bei den Steuergeräten. Efficient bietet bis zu vier Hecksteuergeräte, entweder mechanisch oder mit kombinierter mechanischer und elektrischer Betätigung. Bei Exclusive sind bis zu fünf elektrische Hecksteuergeräte möglich. Diese liefern jeweils bis zu 120 l/min, begrenzt durch die Gesamtfördermenge der Pumpe. Druckentlastungshebel erleichtern das An- und Abkuppeln.
Mehr Platz am Fahrerarbeitsplatz
Beim Einstieg wird eine wesentliche Änderung sichtbar: Die Kabinengrundstruktur stammt von den Baureihen 8S und 9S. Mit 3,4 m³ Innenraum, vier Pfosten und großen Scheiben bietet sie einen großzügigen Arbeitsplatz und gute Voraussetzungen für die Rundumsicht.
Das Protect-U-Konzept trennt den gekapselten Motor durch einen 15 cm breiten Abstand von der Kabine. Dadurch sollen weniger Wärme, Geräusche und Vibrationen zum Fahrer gelangen. Für den Innenraum gibt der Hersteller 68 dB(A) an.
Bei den Sitzen stehen Ausführungen von Grammer und ISRI zur Auswahl. Je nach Modell gehören Luftfederung, Belüftung, Heizung und Querdämpfung zur Ausstattung. Der elektrisch einstellbare Spitzensitz bietet zusätzlich eine Lordosenmassage und speichert drei Fahrerprofile.
Optional sind eine Türverriegelung per Funk, ein Start-Stopp-Knopf und eine Kabinenfilterung der Kategorie 4 für Pflanzenschutzarbeiten erhältlich. Das optionale Visio-Dach besteht nun aus 8 mm starkem Polycarbonat. Laut Hersteller entfällt dadurch das bisher erforderliche Schutzgitter gegen herabfallende Gegenstände, was die Sicht nach oben verbessert. Das größte Lichtpaket umfasst 27 LED-Scheinwerfer.
Größeres und schnelleres Terminal
Das Datatronic-6-Terminal wächst von 9 auf 12 Zoll. Neben der höheren Auflösung gibt es eine neue Bedienoberfläche mit anpassbaren Kacheln. Massey Ferguson nennt eine um 90 % höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit und doppelte Speicherkapazität. Ein Kaltstart soll etwa 35 bis 40 Sekunden dauern. Updates lassen sich drahtlos übertragen.

Optional ergänzt ein technisch identisches Fieldstar-6-Terminal den Arbeitsplatz. Maschinenbedienung, Spurführung und Gerätefunktionen können dadurch auf zwei Bildschirme verteilt werden. Bis zu vier Kamerabilder lassen sich gleichzeitig anzeigen.
Zum verfügbaren Funktionsumfang zählen MF Guide, automatische Teilbreitenschaltung, variable Ausbringmengensteuerung, Auftragsdokumentation und ISOBUS. Hinzu kommen MF AutoTurn für automatische Wendemanöver und das Tractor Implement Management (TIM), über das geeignete Anbaugeräte bestimmte Traktorfunktionen steuern können.
Die Baureihe erhält außerdem ab Werk Zugang zu PTx FarmEngage. Die Plattform soll Telemetrie, Auftragsverwaltung und Datenaustausch zusammenführen. Welche Daten sich in gemischten Maschinenparks übertragen lassen, hängt von den beteiligten Systemen und Schnittstellen ab.
Unser Resümee
Der MF 7S.245 Mark 2 rückt mit dem größeren Motor, 14 t zulässigem Gesamtgewicht und der geräumigeren Kabine näher an den 8S heran. Gleichzeitig bleibt sein Radstand kürzer. Massey Ferguson zielt damit auf Betriebe und Lohnunternehmer, die einen vielseitigen Traktor für Feldarbeiten und Transporte suchen.
Die erste Fahrprobe zeigt, wie umfassend die technische Basis und der Fahrerarbeitsplatz verändert wurden. Die Messevorstellung ist für November 2026 auf der EIMA in Bologna vorgesehen. Serienproduktion und erste Auslieferungen sollen im Frühjahr 2027 beginnen.
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